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Ich – der neue Kollege, Teamevent: Menü kochen

Job, hat noch nicht begonnen. Der zweite Monat bezahlen Urlaub meines alten (aktuell noch aktuellen) Arbeit- und Geldgebers ist gerade mal angebrochen und schon hab ich meine neuen Kollegen kennengelernt, mit ihnen Poulade mit CousCous und Schokoparfait gezaubert.

 

Mein zukünftiger Chef kam auf die glorreiche Idee mich zu einer Abendveranstaltung aka Teambildungsveranstaltung, am Abend als Abschluss eines Strategietages, einzuladen. Googelte man die Adresse der Tagesveranstaltung kam als erstes eine Kochschule bei der man auch Kochevents für Gruppen buchen kann…mir schwante nichts Gutes… Ich, der gerne, gut und nach einstudierten Handgriffen – auch unbekannte, noch nie gekochte Speisen – kocht, solle nun seine neunen Kollegen bei einem gemeinsamen Kochen kennenlernen. 
Auf dem Weg dorthin bekam ich einen Anruf, ich könne doch direkt zu der Adresse kommen wo die Abendveranstaltung stattfände…ok, also doch nicht Kochen …kurz auf dem Weg die neue Adresse gegooglt… Atlas, auch ne Lokalität bei der man als Gruppe kochen kann…toll.

So kam ich pünktlich (der Metrobus in Hamburg ist meist langsamer als wenn man zu Fuß geht) in die Meute. Alle standen Spalier und warteten mit Alkohol in der Hand gespannt auf die ersten Worte des uns begleitenden Chefs (also Chef=Küchenchef). Da kam ich, von dem alle 16 (mein Team sind aber mit mir nur 5) ’schon viel hörten‘. Wie begrüsst man 16 Leute, zwei davon Chefs und ein Big Boss der handgemacht Wiesmann-PKWs fährt und 500 Leute Chef ist, als Neuer und macht einen ersten guten, den Erwartungen (die wohl recht hoch gesteckt sind) angemessenen Eindruck?

Ein ‚Hallo‘ tut es immer, laut und deutlich. Allen kurz in die Augen schauen, direkt zum Chef gehen. Begrüssen, Blick in die Runde und lächeln. So lächeln als habe Chef gerade einen Witz auf meine Kosten gemacht und ich hab ihn nicht verstanden, dass schafft Vertrauen bei den Kollegen und nimmt den Erwartungen den Wind aus den Segeln. Bei der Vorstellung des Big Bosses durch den Chef mit festem Händedruck das ‚Schön Sie kennenzulernen‘ erwidern, das zeigt dem Boss, dass man – im Fall man verkackt angedachte Aufgaben – noch als Hausmeister einspringen kann. Das schafft auch Vertrauen beim Boss.

Suppe
Suppe
Hauptgang
Hauptgang
Dessert
Dessert

Nun ja, Team 2: Hauptgericht mit dem Chef und 3 Weiteren. Also erst einmal warten bis die Dessertleute das Parfait bereit haben, dass man schliesslich als erstes schnell in den Kühlschrank packen muss, um am Ende eben Parfait (=Halbgefrohrenes) zu haben. Wie bei Partys, bei denen man keine Sau kennt und mit den Erfahrungen aus Martin Rodes Gruppendynamikseminar, bin ich dann mal von Grüppchen zu Grüppchen gegangen. Schmale Unterhaltung ebend. Immer schön lächeln, nicken und zuhören. 

Wir haben gelernt, dass der erste Eindruck entscheidend ist. Man kann sich verbiegen und den Regeln eines gelungenen ersten Auftrittes folgen oder man kann einfach man selber sein. Ich denke man soll sich treu bleiben. Dass schliesst aber das Anwenden von gekonnter verbaler und auch nonverbaler Kommunikation nicht aus. Ein Prinzip in der Gruppendynamik ist, dass eine Gruppe immer das Gefühl hat, dass die andere Gruppe etwas mehr Spass hat, mehr diskutiert, schneller zum Ziel kommen oder mehr Spass hat. Das ist ein typisches Muster bzw. Prinzip welches man sehr oft beobachten kann. 
Das kann man nun nutzen um einen posiven Eindruck zu machen, dass man kommunikativ und witzig sei. Durch einfachen Lächeln und dem kürzen Wechseln von etwas sagen und zuhören erweckt man automatisch den Eindruck, dass man der Grund ist, weshalb die Gruppe sooo unglaublich viel Spass hat. Was natürlich sehr subjektiv ist und nicht immer funktioniert. An dem Abend hat es aber aufgrund der Zusammensetzung der Gruppen ganz gut funktioniert, a) weil ich als Neuer unter Beobachtung stand und b) sich die Teinehmer bereits kannten und ihre Aufmerksamkeit nicht unbedingt in der eigenen Gruppe bleiben musste. Wie nun der Eindruck war, will ich mir hier nicht anmassen zu urteilen. In der eigenen aktuellen Gruppe man man nun auch was sagen, aus den ganzen Liebes-Gauner-Filmen haben wir gelernt, dass die Leute von sich erzählen wollen. Das heisst man gibt kurz Futter und erzählt von sich und schwenkt mit einer kurzen Frage auf den Zuhörer um. Bei der Antwort auf die Frage auf personliche Entscheidungen achten, wie bspw. wo hingezogen wurde, wie die Kinder heissen oder so, und diese anerkennend kommentieren. Leute wollen nicht nur reden, sie wollen auch Bestätigung. Klingt nach voll verbiegen, ist es aber nicht. Klingt nach persuasiver Beienflussung, ja ist es bisschen, aber eigentlich man das Jeder ganz automatisch.

Kurzum: es war für alle ein gelungener Abend, ich habe eine Sache gelernt (nicht zuviel in die Pfanne geben weils sie sonst zu sehr abkühlt), mich bezüglich meines zukünftigen Jobs nicht unterhalten, was ein wenig schade war und bin satt und zufrieden nach hause.

Heute oder Morgen kommt der erste Ankomm-Post mit ein paar Infos zu den verschiedenen Ankommen – stay tuned. nsnmNun m

Von Jonas York

2012 : Ich bin ein Blogger. Will meinen Heimathafen Berlin mit dem Heimathafen Hamburg in 2012 tauschen. Für Alle die es interessiert sollen hier die spannenden und weniger spannenden Geschichten des Jonas Y aus B an der Spree die sein Umzug mit sich bringt niedergeschrieben und bebildert werden.

2017 : Fünf Jahre später, wir sind nun von Hamburg aufs Dorf gezogen. Zu den Geschichten zum Umzug sind einige zu Häuschensuchen und Kinobesuchen gekommen.
Einige zu Eltern und Kindern, nicht zuletzt weil wir nun Fünf sind.

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