Hamburger Hafengeburtstag 2012

„Hafengeburtstag“ wirft zu aller erst eine Frage auf. Was war 1189 und warum feiert man das erste Mal 1977 den Hamburger Hafengeburtstag? Ok. Zwei

Als Hafengeburtstag bezeichnet man in Hamburg ein Volksfest, welches am Hamburger Hafen, auf/an/um und zum Teil auch unter den Landungsbrücken gefeiert wird.

Warum? Weil die Stadt Hamburg damals, also am 7. Mai 1189, von König (oder so) Barbarossa einen Freibrief für die Elbe stadtauswerts und bis an die Nordsee bekam, der erlaubt, dass die Schiffe mit Ware ohne Zoll zu zahlen schippern konnten. Zumindest solange wie die Ware nicht das Land „betrat“. Daraus entstand auch die Zollfreue Zone – ein Gebiet mit Grenzen, Zäunen und Grenzkontrollen und zwar da wo heute die Speicherstadt und eben heute auch die HafenCity entstanden ist. So konnten die Schiffe mit ihren Beladungen ankommen, ab- und umladen ohne das da Kohle den Mann die Frau wechselte. Nicht offiziell.

So und der Hafen, nehmt es als Nachtrag zur Hafenrundfahrt, wird verwaltet von der Hamburg Port Authority, die bis 2005 noch „Amt für Strom- und Hafenbau“ hieß.

Nun möge der geneigte Leser, der bis hier her durchgehalten hat, belohnt werden mit einer netten Beschreibung des Hafengeburtstages…

Ich bin mit der U-Bahn an den Landungsbrücken angekommen und eine nette freundliche Stimme sagte, dass wir bitte nicht versuchen sollten, den Ausgang Richtung Landungsbrücken zu nehmen…der is voll, dicht, zugepfropft und ein Versuch würde doch sicher unschön enden. Nun ja. Dann eben nicht. So bin ich, die Verabredung mit Erina auf Prio b setzend, raus und hoch und hoch und noch ne Treppe um was zu sehen. So stand ich umringt von vielen vielen Leuten und schaute dem Ballett zu, dem grazilen hin und her, den präzisen Pirouetten …der Seekühe des HHafens… sprich: das Schlepperballett. Schlepper sind kleine Ameisen die grosse Elefanen an die Hand nehmen und durch die Nadelöhre der Hafen an ihre Docks bringen.

Da würde eben jeder Mustangfahrer ganz klein werden und sich in die Hose pullern, wenn er die Pferde unterm Arsch hätte. Tonnenschwere Panzer schmelzen zu kleinen Nascar VW Golfs zusammen – eine Leichtigkeit, dass man wirklich von Ballett sprechen kann. Sowas kann man mal gesehen haben müssen wollen.

Dann, habe fertig und wieder runter von den Aussichtsplattformen die über den U-Bahnsteigen hängen und Parks im Rücken Richtung Norden haben, direkt an die Landungsbrücken runter. Und da gab’s auch schon den Backfisch. Auch der, den ich von der Kieler Woche kenne war da…dieser Leuchtturm mit Rutsche. Oben wird gebacken und über ne kl. Rutsche werden die Verkäufer und eben auch die Hafengeburtstagsbesucher bedient. Und…bei einer Millionen Besuchern – verteilt auf die drei Tage (Fr-So) – gab’s einen vor mir der einen Backfisch kaufen wollte. Da stand ich länger bei der Kirmes mit Ullies Disko in Lauterbach oder Creuzburg länger am Tee-Stand an.
Ebenso bei dem späteren Bieren.

Hamburg Hafengeburtstag Über den Landungsbrücken

Hamburg Hafengeburtstag Über den Landungsbrücken

Toll.

 Apropos 1 Millionen Besucher. Da dachte ich spontan an Düsseldorf. Zumal man auf den Landungsbrücken wandelnd einer Massenpanik entweder Richtung Elbe oder Richtung Strasse und Häuserfronten ausweichen – bzw eben nicht ausweichen – kann.

Satt und zufrieden dann Richtung Riesenrad, Erina erreichte wieder Prio a. Volksfesterfahren schwamm ich mit der Masse dann gen Speicherstadt – metaphorisches Schwimmen. Die Massenpanik trat nicht ein. Vorbei an Crepes-, Cocktrail- und Wurstständen. Dann setze der Regen ein. Siehe Post zum Hamburger Wetter. Dann brach wieder die Sonne duch, siehe Post zum Hamburger Wetter. Am Riesenrad der Marke „Berliner Star“ traf ich dann auf Erina, Ersatztreffpungt. Dort erst einmal ein gepflegtes Bierchen auf Ex, damit der Pfand wieder eingesammelt werden kann.

 Nach erfolgreiche Planschmiedung ging’s gemeinsam wieder Richtung Landungsbrücken. Der Regen hatte die hartgesottenen Volksfestbesucher von der Sproi getrennt und der Weg war freier. So konnte man entspannt bummeln.

 

 

 

Eine Sehenswürdigkeit – eigentlich DIE Sehenswürdigkeit – zum Hamburger Hafengeburtstag sind die Schiffe. Und das ist toll, nicht nur für die die dem Berliner Technikmuseum mit seinen vielen Schiffsmodellen etwas abgewinnen können sondern für alle. Direkt an den Landungsbrücken haben die verschiedensten Schiffe angelegt, von Marieneschiffen der Zollbehörde, über die Alexander von Humboldt – dem Segelschul- und Beckswerbeschiff – bis zu Segelschiffen mit treffenden Namen wie Tolkkine. Das sieht schon wirklich nach Hafen aus. Die meisten der angelegten Schiffe man man auch besichtigen, vorausgesetzt man hat Lust und Zeit sich mit redseligen Hobbyfotografen und Modelschiffbauern in eine lange Schlange zu stellen. Uns hat es gelangt ein paar Fotos zu machen. Zumal man durch die Bauten auf den Landungsbrücken z.T. auf Augenhöhe mit der Reling der Schiffe ist.
So wandelten wir an den Schiffen vorbei als die eine AIDA angeschwommen kam. An diesem Abend sollten die drei Schwestern die Taufe ihrer vierten Schwester beiwohnen.

Die neue sollte etwa gegen 22.00Uhr offiziell ihren Namen erhalten. So passte das auch in unseren Plan. Also erst das Feuerwerk und dann die Taufe oder umgekehrt. An den Schiffen vorbei sind wir dann auf die Partymeile gekommen, mit zwei Bühnen – die eine hiess ASTRA-Bühne und der Name war Programm: trashiges zwischen Ulk und Altenbelustigung (wie das Bier- kann man trinken muss man aber nicht wenn’s was besseres gibt). 
Von der einen zur nächsten Bühne gab es dann auch al nen Kulturschock. Das Publikumsbild welches bei den Landungsbrücken rumtingelte war von Midagern der Mittelschicht, jungen möchte gern schicken und ein paar Familien geprägt. Bei der einen Bühne wandelte sich das Publikum schlagartig in ein Partyvolk welches auf jedes Bierdosenfestival gepasst hätte. Tattoos, Hosenträger, Buttons und ansonsten alle typische Spuren von übermäßigem Alkoholkonsum. An denen vorbei, uns als Spiesser, wenn auch nur nonverbal mit Blicken, titulierend, Richtung Fischmarkt. Keiner wie bei Grenouille, sondern einer der mit frischem Elbewasser geflutet werden kann und auch ab und an unfreiwillig geflutet wird. Nur nicht Heute, bzw. damals zum HHafengeburtstag.

Da gab’s nicht Frischfisch bis zum Abwinken sondern der Markt wurde mit schaulustigen Volksfestbesuchern überflutet. 
Alle in freudiger Erwartung einer jungfräulichen Schifffahrt eines Tauf…Tauf…nicht -kindes sondern Taufschiffes. Der vierten Schwester eben.

Angekommen am Markt haben wir uns etwas etwas bei den Ständen umgeschaut, wo die Polizei ihr Abendmahl kaufte, wo lokale Stände ihre Waren wie Thüringer Katenschinken und Handgezogene Kerzen feilboten. 
So kurz vor erwartetem Feuerwerk machten wir uns wieder runter zum Wasser, bzw nutzten eine Welle im Marktboden, 20Meter vor der Reling, aus um etwas höher zu stehen und jedwedes Schauspiel das da komme besser sehen zu können. Dann kam auch schon eines der Protagonisten schiffe daher gefahren, von links aus Richtung Speicherstadt kommend. Das wurde dann immer langsamer, begleitet von einem Attrappenschaufelraddampfer der aber immer mehr im Weg zu fahren schien als dass er schmückendes Beiwerk war. So schaffte es dieses von links kommende Kreuzfahrschiff auf Schrittgeschwindigkeit abzubremsen und in uns somit etwas die Langeweile heraufzubeschwören. Irgendwann kam dann auch das neue Schiff von Rechts.

Dann laber rababer Warterei aufs Christkind – weil man sah ehe nix davon wie irgendeine Tussi der C-Klasse da die Klapp-Vorrischtung löste, die dann mit Klatsch und Krach die 3.000€ Schampus-Flasche zum platzen brachte. Und dann gings los…das Feuerwerk. Für etwas über 20 Minuten platzenden dann gigantische Knallfrösche am Himmel und machten neben Bum auch ganz schön Licht. Die goldenen die sternenförmig ( meines Onkels Lieblingspruch zum Schnapps in Gruppen trinken war und ist es immer noch: wie kommen wir zusammmmmmen? – sternenförmig! (alle strecken ihre Gläser in die Mitte bis man anstößt) und wie gehen wir auseinander? – sternhagelvoll, Prost! ) Sternschnuppen verbreiten, die dann wiederum explodieren und Gold regnen lassen, dann gab’s noch welche die rote Herzen zauberten (so Leutepunktlinien), die Kawenzmänner die einfach nur Krach machten, und eben die Klassiker siehe Foto. 
Nun ja, nach 80 Minuten warten aus Christkind, bzw. Uschi Xy zum Flasche-am-Schiffsrumpf zerdeppern, und 20 Minuten Feuerwerk gabs dann anstehen an keiner Schlange.

Erina gen Nord und West, ich dann Richtung Königstrasse…aber am Wasser wollte ich lang, top Entscheidung. Direkt am Wasser lief nun keiner mehr lang außer ich und auf einmal kommen da 100 Boote angefahren. Von der kleinen Jolle bis hin zu den 3 anderen Kreuzfahrschiffen der großen Klasse (ein paar Daten werden nachgereicht). Das alles ohne Landbeleuchtung, sodass man die Schiffe ihrer Eigenstrahlkraft halber sehr schön sehen konnte. Siehe Fotos.

Nun ja der Rest war dann klassischer Nachhauseweg, Königstrasse gerade Bahn verpasst, eine Station nach Altona, die Zeit totschlagend, gelaufen und heim ins Bett.
 happy birthday

2 Gedanken zu „Hamburger Hafengeburtstag 2012

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