Hamburg entdecken, heute: der HVV aka PVG

In einigen Posts, speziell die in der Rubrik „Hamburg entdecken, heute…“, hatte ich bereit eine kl. Hasstirade gegen den HVV angekündigt – hier nun live und am ende mit etwas Farbe.

HVV – Hilfloser Versuch von Verkehr. Heilloses Verkehrschaos Verursacher. Hirnlose Verkehrsraudies im opnV. oder eben auch Hamburger VerkehrVerbund.

Mit dem HVV zu fahren gewöhnt einem das Nutzen von OPNV ab. Nur, dass man auf die lieben Fahrer und Fahrerinnen angewiesen ist und schwerlich Ersatz findet, z.B. durch ein eigenes Auto.

Aber der Reihe nach. Der BVG in Berlin ist zwar verschuldet, aber er hat ein Anzeigensystem welches die Wartezeit der U-Bahnen „in Echt“ anzeigt. Das ausgeklügelte System wurde sogar schon nach Moskau verkauft. Für die U- und S-Bahnanzeige – versteht sich.

In Hamburg sitzt ein HVV-Beamter am Gameboy (is nix Schlüpfriges, Gameboy is eine altes Handspieltastenunterhaltungselektronikgerät) und spielt Tetris, nebenbei hat er noch einen Knopf den er ab und an drückt. Die Kombination von gelöschten Reihen bei dem Spiel (das ist das Ziel, Reihen durch einfügen von kleinen Klötzchen horizontale Reihen voll zu bekommen und verschwinden zu lassen) und dem wahllosen Knopfdrücken führt durch einen kontraintuitiven Algorithmus zu einer Zahl zw. 0 und 46. Die wird dann durch einen ebenso sinnfreien Auswahlprozess an irgendeiner Bus- wahlweise U-Bahnhaltestelleanzeige gesendet.

Der Taxifahrer in Berlin ist ja an sich das kontraproduktivste was dem Image und Stadtmarketing in Berlin passieren kann. Zwischen „wo solls hinjehen“ und „zehn euro fufzisch, mach’n wa zölwe, muss ja von wat leben, wa“ ist entweder Funkstille oder auch Wasserfallgefluche über Fahrgäste, gerne auch gegen Schlipsträger wenn der Fahrgast nen Schlipsträger ist. Oder über Schwabenpest wenn der Zielwunsch latent Schwäbisch anzuhören war. Ähnlich verhält es sich bei den Berliner Busfahrern. Wenn der Nacht-Bus N2, weil die U2 wieder ausgefallen, brechend voll ist stellt sich der Busfahrer gerne mal wie ein kleines Mädchen an und lässt Leute mit FastFoot nicht in den Bus oder er brüllt alle Fahrgäste stellvertretend an, für die Leute die ihre Ärsche in der Zone vor den Türen parken und so die Tür sich nicht schliessen lässt -angeblich. Das ist dann auch kein „bitte machen sie den Bereich frei“ sondern eher sowas wie „grfhsszzt Gesindel schlafen nachts lieber arbeiten grrrnzttannnhn“. Also echt mal böse. Egal, alle „Morgens könnte ich kotzen und ich hasse meinen Beruf“ kann man echt verschmerzen – wenn der Bus dann eben pünktlich kommt. Dabei verhält es sich nicht wie bei Gandalf dem weißen weisen Zauberer aus ‚Herr der Ringe‘ der egal wann er kommt, immer zur richtigen Zeit da ist, es ist vielmehr so, dass sich BVG-Fahrer bewusst sind, dass zu spät kommen das allerschlimmste ist was es gibt und zu früh kommen noch schlimmer.
Das alles schert den gemeinen Hamburger Busfahrer nicht. Dem ist das egal, der Spaß an der Freude zählt. Warum zu spät kommen wenn man auch mal 4 Minuten zu früh kommen kann. Scheiss auf den Fahrgast.

Also die Zeit ist echt ein Problem, wenn es um den HVV geht. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Fahrstil. Insofern man von Stil sprechen kann. Ist es Kunst wenn man nach einem langen Abend ein fast runden Kreis auf den Bahnsteig kotzen kann…ist es nicht und ebenso kann man nicht von Stil sprechen wenn es um das Fahren….pah Rumeiern der HVV-Fahrerinnen und Fahrer geht. Da wird vor der Haltestelle noch einmal Gas gegeben sodass sich auch ein frisch zwanzig Gewordener sicher einen Schenkenhalsbruch zuziehen kann. Keine halben Sachen. Wenn man nicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht und mind. zwei Hände an den Stangen, kann man es vergessen in der Vertikalen anzukommen. Sich während der Fahrt durch den Bus bewegen…bewusst und gewollt: vergiss es.

Erst die Tage musste ich mit einem Linienbus fahren…die Betonung auf Linienbus, da die S-Bahn ausfiel und ich auf Bus umstieg. Der ist wirklich wie ein Henker gefahren. Hat sich zwar immer für jede Aktion entschuldigt, aber ich habe noch nie einen Busfahrer spitz auf den Bürgersteig fahren sehen – frei nach dem Moto „scheiss auf den Bus und die Felgen, is nicht meiner“. Der gemeine Busfahrer in Hamburg steuert auch zielsicher auf Hindernisse zu, um dann z.B. vor einem parkenden Auto auszuweichen als wäre diese just in diesem Augenblick aus dem Nichts erschienen und der Held des ReifenGrips hat alle Insassen gerettet. Man sagt in Berlin wird gen roter Ampel gerne mal innerhalb von 20 Metern auf 50 km/h beschleunigt. In Hamburg schaffen es die Busfahrer auf 50 km/h in 10 Metern vor der Haltestelle zu kommen. Festhalten reicht da nicht um stehenzubleiben.

Dann rauchen die Fahrer in ihrer verdienten Pause und blasen den Rauch in den Bus – als könnten sie dann bei der Fahrt ohne Zigarette weiterauchen.

Ein anderer hat sich seine (vermutlich auch griechischen) Freunde zu einer Rundfahrt eingeladen. Quatschend standen die zwei bei ihrem Vetter und der lenkte neben seinen emotional geladenen Gesprächen mit den Kumpels noch den Bus. Unglaublich.

Es gibt wohl auch einen Briefkasten in Pinneberg wo Beschwerdekummerbriefkasten dran steht. Ne Telefonnummer hat der Kasten auch, nur anscheinend kein Telefon.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass etwa die Hälfte der hier erwähnen Missstände auf den Pinneberger Verkehrsverein zurückzuführen ist der eben einen nicht unwesentlichen Anteil der Fahrgastbeförderung in Hamburg inne hat.

Die top aktuelle Story vom Montag: ich bin wie immer pünktlich aus dem Haus. Immer schon wissend aka bangend, dass die Rumeierer vom HVV zu früh kommen. Laufe strammen Schrittes die Straße entlang…und sehe 20 Meter vor mir den Bus…im gleichen Augenblick fängt der leichte Niesel zu stärkerem zu werden. Ich laufe noch den Arm winkend gehoben auf die Straße zu, sie sieht mich nicht, ich atemlos biege um die Ecke, sehe gerade noch wie der Bus ohne Halt an der leeren Haltestelle, wo ich in einer Minute stehen würde vorbeifährt. Der erste Griff geht in die Hose, zum Handy mit exakter Uhrzeit. Die zeigt an: Bus, du bist 3 Minuten zu früh.

Wütend stehe ich rum und warte. An der Endhaltestelle, an der ich in die S-Bahn einsteige, steht der zu frühe Bus. Ich hämmer gegen die Tür und sage: Guten Tag liebe Frau, nennen Sie mir einen Grund warum ein Bus zu früh an der Haltestelle sein darf…nein, überlegen Sie sich einen triftigen und erzählen ihn ihren Vorgesetzten, die werden Sie dachen fragen und da ist es gut eine nachvollziehbare Antwort zu haben. Ich werde mich beschweren. Die Antwort war in etwa so, dass sie nicht zu spät gewesen sein, schaute auf ihre elektronische Kasse und klopfte leicht darauf als wolle sie sie auffordern ihr beizupflichten ‚ja meine Herrin, ich war es der dir eine falsche Zeit angezeigt habe‘.

Nun ja am Abend rief ich dann beim HVV Beschwerdemanagement an. Ein junger Mann bekam die Story frisch erzählt: zu früh sei ja ok und oft nicht verhinderbar, zu früh geht jedoch überhaupt nicht. Man kann nicht vorsorglich zu den Minuten die man ehe schon früher kommt noch 4 oder mehr drauflegen, dann kommt der Bus früher… . Antwort: ok alles klar, es verhält sich mit sogenannten Bedarfshaltestellen so, dass es eine Minute Tolleranz gibt, jedoch sind 2 und sogar 3 definitiv zu viel. Ok… Danke ich bin kein übertriebener Deutscher der noch nicht mit dem Kibbutz Bus in Israel oder in Nigeria mit dem was sich Linienbus nennt gefahren.

Er nehme das auf und es ist ohne Weiteres zu überprüfen wie der Bus führ, wann und wo, per GPS… Das ist ein BINGO

Die Antwort auf die Frage warum HVV so scheisse ist.

Die Antwort auf die Frage warum HVV so scheisse ist.

4 Gedanken zu „Hamburg entdecken, heute: der HVV aka PVG

  1. Pingback: HVV Nachtrag | heimathafenhamburg

  2. Pingback: Hamburg Entdecken (Übersicht) | heimathafenhamburg

  3. Pingback: heimathafenhamburg ab 2012

  4. Pingback: Hamburg entdecken, heute: Friedhof Ohlsdorf « heimathafenhamburg2012

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s