„Die Tragik von Autounfällen“ oder „Die schlechte Deutsche Post AG und DHL“

Zu aller Erst: allen Beteiligten ging und geht es gut. Rein physisch gesehen. Emotional sind wir ab und an gestresst und empört.

(Schadensnummer DHL: 0180 1 753 753 – aber nur von 8 bis 16 Uhr)

Eine Chronologie eines Autounfalles, verschuldet durch einen DHL-Fahrer.

Buchempfehlung: „Verkehrsunfälle in Europa: Schadensabwicklung in 20 Reiseländern“ 6. Auflage 2016.

Der Reihe nach – wie es zu dem Unfall kam

Jennifer war auf dem Weg, als rechtschaffende, arbeitsame Biene im Rad der Gesellschaft, die Kinder abholen. Die fuhr eine Straße entlang, einen Weg in Halstenbek, als sie weit vor sich ein DHL-Paketauto sah. Eines der gelben Postpaket-Lieferfahrzeuge die so durch die Straßen fahren. Dieser Tage vor Weihnachten mit erhöhtem Fleiß, so möchte man an dieser Stelle noch wohlwollend erwähnen – noch. Und es lässt sich auch nicht mit klarer Bestimmtheit sagen, ob oder ob nicht dem Mehraufwand mit einem mehr an Tüchtigkeit entgegengewirkt wird.

Wie auch immer erspähte Jenny den Wagen, dieser sogleich begann rückwärts zu fahren. Anhaltend beobachte die Fahrerin unseres, erst kürzlich mit Stolz geschwollener Brust erworbenen, Personenkraftwagen, die Szenerie. Der DHL-Fahrer bewegte den Paketwagen erst langsam, dann zügiger, ca. 12 Meter waren es als der Fahrer startete. Der Wagen bewegte sich nun schnell und schneller. Eines Dschaganatwagens gleich und bevor man, vielmehr Frau, reagieren konnte war es geschehen. Das Trittbrett, welches dem Paketboten das Ein- und Aussteigen erleichtern sollte, rammte sich mit Kraft von einer Vielzahl von Pferden in unsere Frontansicht des lieb gewonnenen V40. Schock. Was nun? Kurz über die soeben verspürten Geschehnisse, das Wahrgenommene noch nicht das Logikzentrum im Hirn erreichte, lachend, stieg Jenny aus. So trafen sich gleichsam geschockte Verkehrsteilnehmer zwischen den Fahrzeugen. Da ich nicht dabei war nur die Fakten. Der DHL-Fahrer, selber recht verwirrt, versuchte seelischen und moralischen Halt zu finden, indem er seinen Chef anrief.

Eine ordentliche Unfallaufnahme – schützt vor viel Ärger, hinterher

Der Chef entschied für den Fahrer, dass er eine Art Visitenkarte mit KFZ-Kennzeichen, Unfalluhrzeit und Name der schadenden Person ausfülle und aushändige. Auf der Karte war auch eine Schadensmanagementtelefonnummer verzeichnet. Polizei brauche man wohl nicht zu rufen, die Schadensmanagementstelle regle Alles. So schied man auch. Der Fahrer fuhr davon.

Fehler Eins: keine Polizei gerufen. Fehler Zwei: die Geschädigte einfach stehen gelassen. Fehler Drei: die Schadensmanagementnummer. Diese, und so geht die Geschichte weiter, ist nämlich unfähig Schäden zu managen. Da sitzen ab 13 Uhr am Freitag: Keiner. Die Nummer ist dann umgeleitet zu einer Zweiteklasse-Schadensaufnahme-Hotline die ‚Fälle‘ aufnimmt. Die vermutlich nicht in Indien sitzt, in den nun immer beliebter werdenden Callcentern in Indien gibt es Internetanbindung. Der Schaden wurde noch nicht von irgendjemand gemeldet, ist ja auch nur DHL.

Und dran schuld ist ja nur ein Beschäftigter der Deutschen Post AG. HALLO! Es ist wohl an dem/der Geschädigten sich zu melden, den Schaden, den Unfall des DHL-Fahrers zu melden.

Auf jeden Fall ist es Ratsam alles, wirklich ALLES festzuhalten. Wenn ma nicht gleich dei Polizei ruft, dann sollte man den „ADAC Europäischer Unfallbericht“ (ADAC Fachliteratur)  dabei haben. 

ADAC Unfallbericht, gebundene Ausgabe – 1. Dezember 2016

In diesem Formular wird an alle wichtigen Punkte gedacht. Es müssen nur alle Daten und Tatsachen eingetragen und die angegebenen Punkte wahrheitsgemäß und vollständig angekreuzt werden, schon ist eine solide Rechtsgrundlage für die spätere Schadensabwicklung geschaffen. Hier kann man das Formular kaufen und sollte es immer im Auto haben.

Ich finde das so wichtig wie ein Warndreieck.

 

Nun ja anscheinend nicht…warum Schaden melden. Ist ja Freitag.

Melden kann ihn ja auch der, bzw. Die Geschädigt, deren Auto ist ja kaputt. Die Dame nun in der Schadenmanagementhotline nahm nun das von mir Geschilderte auf. Da aber ab Freitag 13 Uhr Niemand mehr am Arbeiten ist, kannten wir bis Montag warten, da sind dann die Herren in Neuss erreichbar. Vorher „kann ja Keiner ins ‚System‘ reinschauen…“
Nun ja. Geschockt vom Vorfall und von der so abwegigen Servicehotl…ach war scheib ich…von dem kompletten Fehlen der nun notwendigen Unterstützung durch den Unfallverursacher, der DHL in Vertretung des Fahrers. Nun warteten wir bis Montag, fuhren zur Werkstatt und riefen erneut bei der ‚Servicenummer‘ an – 10Uhr, sodass wir davon ausgehen konnten, das in dem Schadensmanagementbüro der global agierenden DHL, Tochter der Deutschen Post AG, jemand zu arbeiten begonnen hat. Dort war noch nichts eingegangen und der Herr, unfähig sich in einen Geschädigten hineinzuversetzen, der nicht weiß, wie es weitergehen soll, antwortete nur patzig, dass wir in die Werkstatt fahren sollten, die wissen Bescheid, Ende der Durchsage, vorher müsse er ja nichts sagen, der Schaden muss ja erst festgestellt sein.
Jenny war nun in der Werkstatt…vorläufiger Befund: voraussichtlich Wirtschaftlicher Totalschaden.
Ok, das scheint also nicht nur eine zerschrotete Schürze zu sein. Dieser Fakt und der, dass DHL – insbesondere die Schadensmanagementnummer – unhöflich, unkooperativ und nicht an Hilfestellung denkend war, nahmen wir auch gerne das Siemens-Angebot der Volvo-Vertragswerkstatt in Thesdorf wahr. Einen Anwalt, den es fast automatisch zu einem Unfall dazu gibt, der sich unser annimmt und alles Weitere regeln würde. Das Problem ist, und war es nun für uns, dass der Unfallverursacher den Anwalt zahlt. DHL schaffte es jedoch nicht, sich für Schuldig zu befinden, geschweigenden irgendwas von der DHL-Seite zu registrieren, ihrerseits den Schaden zu melden, dass Jemand sich mal beim Schadensmgmt. meldete. Gut, die Schnarchnase in Neuss, der mich anscheinend nicht so ernst nahm, bekam ein Anruf von dem Anwalt.

Kurzes Intermezzo: also ‚Siemens‘ seht in diesem und in jedem anderen Sinnzusammenhang für eine recht große und weltumspannende Unternehmung, bei dem das Schmiergeldkoto pro Jahr für Nutte und Luxusreisen grösser ist als die Gewinne vor Steuern, pro Woche. Soll heißen die Werkstätten haben sicher mit Anwälten ein fein gesponnenes Konstrukt an „Wir waschen deine und du unsere Hand“
Nun nahm Jennifer das Anwaltsangebot an und schups meldete ich am Abend schon die Kanzlei und sagte, dass bei den Damen und Herren in Neuss nicht registriert wurde.
Am Dienstag kam auch schon das Gutachten des Gutachters.

Teil 2 erscheint bald, ist nur etwas kalt auf-die-bahn-wartend zu schreiben, daher muss ich auf Indoor-Schreiben ausweichen. Dieses Indoor ist aber meist mit etwas zeitfressenden verbunden: arbeiten, essen, kochen oder putzen, ganz zu schweigen von diesem Kinderzeug. Aber stay tuned…

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