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‚Django Unchained‘ – eine kleine Filmkritik (Teil 2)

Einen Film, einen Kinofilm zu zerreißen, ist allemal leichter als einen gelungenen Film zu loben oder die Raffinessen des Machwerks detailreich und trefflich zu beschreiben. Das spricht somit als erstes für den Film den ich just die Tage konsumierte: er ist ein in sich geschlossenes Stück. Nichts was sich besonders hervortun ließe, nichts was „eventuell nicht sooo gelungen wäre“ um es als erstes zu nennen.

‚Django Unchained‘ von Quentin Tarentino, dem Macher von Jacky Brown, Palm Fiction oder den Kill Bills.

Kurz zum Plot: um die 1862 in den Südstaaten von Amerika.

KURZ: Mann sucht Verbrecher, trifft Sklaven Django, Django wird Django Freeman, Verbrecher werden gefunden, Django sucht Frau, Frau wird gefunden, Mann tot. 160 Minuten, 27+ Tote.
LANG: Ein weißer Kopfgeldjäger sucht drei Verbrecher. Das Problem in diesem Fall ist, dass er nicht weiß wie die drei Banditen aussehen. Bei seiner Recherche stößt er auf einen Sklavennamen „Django“, dieser Django könnte die drei Gesuchten identifizieren. Diesen Sklaven findet er und schließt mit ihm einen Packt, der letztlich dem Kopfgeldjäger das Geld für die drei erlegten Männer bringt. Das Zusammenspiel der Beiden klappt nach Ansicht des Weißen so gut, dass er dem nun ehemaligen Sklaven ‚Django‘ nun ‚Django Freeman‘ zu einer Art Kopfgeldschüler macht.
Der Frischling im Headhunterbusiness ist aus mehreren Gründen recht angetan von dem Deal. 1) weil das Geschäft mit dem weißen Mann ihm Geld bringt, nicht wenig, 2) weil der weiße Mann Django, den Sklaven, eine Personengruppe die Dieserzeiten nicht viel Wert ist, als ebenbürtigen Erdenbürger sieht und ihm Pferd und komfortable Kleidung zugesteht, 3) weil der wohl einzig berittene Afroamerikaner in den Südstaaten Weisse umbringen darf, als Vertreter des Gesetzes der USA und vor allem 4) weil Dr. Schulz ihm anbietet nach dem gemeinsamen Winter als Kopfgeldjäger-Team seine Frau zu suchen und vom aktuellen ‚Besitzer‘ frei zu bekommen. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf und wie Terry Pratchett immer sagt: Schicksal gewinnt immer.

Nun detailliert zu analysieren, was wann worauf anspielt, wäre zu mühselig. Dazu gibt es beispielsweise ‚die Seher‘ die vermutlich jeden Film schon einmal in Zeitlupe gesehen haben um Fehler zu entdecken wie die hydraulischen Wagenpumpen im Sandalenfilm Gladiator oder das spontane verschwinden und ebensoplötzliche Auftauchen von fallen gelassenen Waffen auf einem Dach, in der Matrix. Nichts desto trotz kann man jedes einzelne Teilstück des Filmes loben: die Kamera und die Einstellungen sind wohl arrangiert. Beispielsweise die Expliziten ‚Killszenen‘ in denen Django seine ersten Räuber und Betrüger erschießen. Ihm scheint ein gewissen Können im Umgang mit Distanzwaffen wie einer Flinte in die Wiege gelegt worden zu sein. So erschießt er den Ersten aus erheblicher Distanz. Dabei wird die Kamera nicht rangefahren an den nun toten Körper, sondern behält den Blick aus Sicht der weit entfernten Kopfgeldjäger. In einer anderen Szenen geht es ebenso aus Distanz einen der in der Kurzfassung erwähnten Drei an den Kragen. Der reitet in schnellem Galopp über ein Baumwollfeld, wo er mit derben Worten die Sklaven antreibt. Der Kopfgeldjäger Dr. Schulz legt an, zielt, wartet und avisiert, lässt sich von Django noch einmal bestätigen, dass es einer der Drei Gesuchten ist und…drückt ab. Die Kugel trifft, der Zuschauer hört das genau. Nur wird nicht die Kugel gezeigt wie sie im Wamps verschwindet sondern die weissen Baumwollblütendinger, wie sie rot gespritz werden. Dann natürlich die Kamera in Kombination mit der Dramaturgie. Es werden Gesichter gezeit ebenso wie Weitwinkel. Schöne Landschaftsbilder wie verschnörkelte Detailaufnahmen, Gesicher still und Ruhig ebenso wie schnelle Fahrten. Und es scheint immer der Situation angepasst. Toll.
Die Musik, gerne dabei erwähnt wie Auswahl. a) im Generellen und b) die Auswahl zu den einzelnen Szeenen. Erwähnen möchte ich hier aber nur ein Stück, von dem ich auch vermute, dass es vom Hauptdarsteller gesungen wurde. Es ist ein Genre welches es es eigentlich zu der Zeit noch nicht gab, welches aber um die 1990er Jahre in den USA in die selbe Kerbe schlug wie der Film von Quentin Tarentina: ein Rap. Passend zu einer Szeene gewählt als Django ein Gefühl auslebt welches Rap im allgemeinen ausfüllt (diesmal nicht Pussies): die eigentlich Grösse des Underdog, dem der aus den Slums kommt und eine harte Kindheit hatte, sich durch eigene Kraft aus dem ob seiner Herkunft vordiktierten Randgruppendasein mit eigener Kraft befreit. Toll.
Die Schauspieler…da muss man noch viel Weniger drüber schreiben. Zum einen weil Christoph Walz sich selber spielt, bzw. den Herrn Landa aus ‚Inglorious Basterds‘. Die vermeintlich naive Person. Die in einer ruhigen, gelassenen Art, mit einer vermeintlich gleichültigen Gütigkeit in der Stimme, so bildhaft und präzise komplexe Dinge einfach zum Ausdruck bringt. Beispiele versuche ich noch transkribieren zu finden. Toll. Django, aka Jamie Fox ist ebenfalls brillant. Er verkörpert soverän den gepeinigten aber nicht gebrochenen Menschen der in ein Zeitalter von Sklaverei geboren wurde. Dann noch den latent schwul anmutenden Leo di’Caprio, der den frankophilen Baumwollplantagenbesitzer und gefürchteten Sklavenhändler miemt. Solides Schauspielerhandwerk.
Musik: check. Kamera: check. Schauspieler: check. Dramaturie, natürlich toll. Ein fein auszisiliertes Spiel aus einer stimmig fliessenden Geschichte und perfekt gesetzten Kontrapunkten. Punkt. Dramaturgie: check.
Dann fehlt nur noch die Tarantino, also die Erfüllung des Anspruches den man an die Filme des Filmemachers hat. Ist es ein echter Tarentino? Ja. Ja – mit den Anspielungen, mitder Clevernes, mit den Detailshots und dem Cameo-Auftritt des Meisters…und dem Abgang ein Schuss auf die geschulterte dynamitgefüllte Tasche.

Nun detaliert zu analysieren was wann worauf anspielt wäre zu mühseelig. Dazu gibt es beispielsweise ‚die seher‘ die vermutlich jeden Film schon einmal in Zeitlupe gesehen haben, um Fehler zu entdecken wie die hydraulischen Wagenpumpen im Sandalenfilm ‚Gladiator‘ oder das spontane verschwinden und ebensoplötzliche Auftauchen von fallengelassenen Waffen auf einem Dach, in der ‚Matrix‘. Nichts desto trotz kann man jedes einzelne Teilstück des Filmes loben: die Kamera und die Einstellungen sind wohl anangiert. Beispielsweise die Expliziten ‚Killszenen‘ in denen Django seine ersten Räuber und Betrüger erschiessen. Ihm scheint ein gewissen Können im Umgang mit Distangwaffen wie einer Flinte in die Wiege gelegt worden zu sein. So erschiesst er den Ersten aus erheblicher Distanz. Dabei wird die Kamera nicht rangefahren an den nun toten Körper, sondern behält den Blick aus Sicht der weit entfernten Kopfgeldjäger. In einer anderen Szene geht es ebenso aus Distanz einen der in der Kurzfassung erwähnten Drei an den Kragen. Der reitet in schnellem Galopp über ein Baumwollfeld, wo er mit derben Worten die Sklaven antreibt. Der Kopfgeldjäger legt an, ziehlt und visiert an, wartet und lässt sich von Django noch einmal bestätigen, dass es einer der drei Gesuchten ist und…drückt ab. Die Kugel trifft, der Zuschauer hört es genau. Nur wird nicht die Kugel gezeigt wie sie im Wamps verschwindet sondern die weissen Baumwollblütendinger, wie sie rot gespritz werden. Dann natürlich die Kamera in Kombination mit der Dramaturgie. Es werden Gesichter gezeigt ebenso wie Weitwinkel. Schöne Landschaftsbilder wie verschnörkelte Detailaufnahmen, Gesicher still und ruhig ebenso wie schnelle Fahrten. Und es scheint immer der Situation angepasst. Toll.
Die Musik, gerne dabei erwähnt wie Auswahl. a) im Generellen und b) die Auswahl zu den einzelnen Szenen. Erwähnen möchte ich hier aber nur ein Stück, von dem ich auch vermute, dass es vom Hauptdarsteller gesungen wurde. Es ist ein Genre welches es zu der Zeit eigentlich noch nicht gab, welches aber um die 1990er Jahre in den USA in die selbe Kerbe schlug wie der Film von Quentin Tarentina: ein Rap. Passend zu einer Szene gewählt als Django ein Gefühl auslebt welches Rap im allgemeinen ausfüllt (diesmal nicht Pussies): die eigentlich Grösse des Underdog, dem der aus den Slums kommt und eine harte Kindheit hatte, sich durch eigene Kraft, aus dem ob seiner Herkunft vordiktierten Randgruppendasein befreit. Toll.
Die Schauspieler…da muss man noch viel Weniger drüber schreiben. Zum einen weil Christoph Walz sich selber spielt, bzw. den Herrn Landa aus ‚Inglorious Basterds‘. Die vermeintlich naive Person. Die in einer ruhigen, gelassenen Art, mit einer vermeintlich gleichültigen Gütigkeit in der Stimme, so bildhaft und präzise komplexe Dinge einfach zum Ausdruck bringt. Beispiele versuche ich noch transkribieren zu finden. Toll. Django, aka Jamie Fox ist ebenfalls brillant. Er verkörpert soverän den gepeinigten aber nicht gebrochenen Menschen der in ein Zeitalter von Sklaverei geboren wurde. Dann noch den latent schwul anmutenden Leo di’Caprio, der den frankophilen Baumwollplantagenbesitzer und gefürchteten Sklavenhändler miemt. Solides Schauspielerhandwerk.
Musik: check. Kamera: check. Schauspieler: check. Dramaturie, natürlich toll. Ein fein auszisiliertes Spiel aus einer stimmig fliessenden Geschichte und perfekt gesetzten Kontrapunkten. Punkt. Dramaturgie: check. 
Dann fehlt nur noch die Tarantino, also die Erfüllung des Anspruches den man an die Filme des Filmemachers hat. Ist es ein echter Tarentino? Ja. Ja – mit den Anspielungen, mitder Clevernes, mit den Detailshots und dem Cameo-Auftritt des Meisters…und dem Abgang ein Schuss auf die geschulterte dynamitgefüllte Tasche.

Von Jonas York

2012 : Ich bin ein Blogger. Will meinen Heimathafen Berlin mit dem Heimathafen Hamburg in 2012 tauschen. Für Alle die es interessiert sollen hier die spannenden und weniger spannenden Geschichten des Jonas Y aus B an der Spree die sein Umzug mit sich bringt niedergeschrieben und bebildert werden.

2017 : Fünf Jahre später, wir sind nun von Hamburg aufs Dorf gezogen. Zu den Geschichten zum Umzug sind einige zu Häuschensuchen und Kinobesuchen gekommen.
Einige zu Eltern und Kindern, nicht zuletzt weil wir nun Fünf sind.