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Eltern und Kinder Miscellaneous

Autokauf Teil 2, zu 7

Zu 7 
Nachdem ich feststellte, dass ich mich irre und die Kratzer vorher schon da waren sah ich die Radkappen. Die sahen aus als ob sie mindestens ein Jahr nicht geputzt wurden. Auf den Fotos sahen sie jedoch super sauber aus. AuBacke. 
Jedoch konnte ich mir nicht soo

sicher sein anhand der Fotos, da der Dreck aktuell wie Schatten aussah und bei den zwei Wochen alten Fotos auch von echten Schatten überdeckt/versteckt worden könnten. 
Hmmm? 

Irgendwann saß ich dann im Büro vor dem Schreibtisch in einem sehr bequemen Ledersessel an einem Glastisch wie er sonst in Plattenbauwohnungen steht. Vor mir breitete ich die Papiere des Wagens aus, die vollständige Anmeldung auf Jennifer, der Autobrief und der Schlüssel. Das bedeutet faktisch, dass ich rechtmäßiger Besitzer und Eigentümer des Fahrzeuges bin. Ach wäre ich einfach mal rausgerannt, später hätte ich sagen können, dass ich in Bar bezahlt habe, aber der Händler mir keine Rechnung schreiben wollte, dass er wohl nie Rechnungen schriebe und sonst auch gerne den Fiskus bescheisse. Ach. 
Naja, das nächste Mal. 
An dem Punkt stellte sich nun heraus was ich befürchtet habe: ich können die Summe nicht mit EC überweisen. Dabe hatte ich das Geld auch nicht. Jedoch, so dachte ich mir das schon im Vorfeld, bestand die Möglichkeit, dass ich das Geld direkt Online überweisen konnte. Den Beleg der Transaktion als Rechungsbeleg für den Händler. 

Dann war es meins, vielmehr Jennifers. Ich verliess das Büro mit Schlüssel und den Papieren und stieg ins Auto ein. So nahm ich dann die ersten Minuten entspannt und bewusst wahr. Ich dachte mir, dass ich den Moment etwas Baukosten sollte, da ich vermutlich nicht so schnell wieder in den Genuss komme in einem Auto zu sitzen, welches ich frisch erwarb. 
Nach den ersten Einstellungen wie Rückspiel, Sitz und Radio fuhr ich los. Schon langsam und bedächtig in Richtung Autobahn, bzw vor her zur Tanke. Ganz Schlitzohr war der Tank nämlich leer. 
Das erste Fahrgefühl, ohne dass man versucht Fehler und Probleme zu entdecken, war ganz gut und auch wie erwartet „schwimmend“ – wie sich ein Fahrzeug dieser Größe, Höhe und dieses Gewichtes eben verhält. Ich fuhr an der Tankstelle ran und der freundliche Tankwart half mir bei der Entscheidung des richtigen Diesels, da es aber nur ein Diesel gibt, war ich auf jeden Fall mit seiner Unterstützung zufrieden. 
Vorbei an der Weser und dem Weserstadion fuhr ich auf die Autobahn. Ein herrlichen Gefühl mit 150 PS unten Arsch so rumzuheizen. 190 km/h bringt das gute Stück auf die Straße, etwa 10 weniger als unser alter Volvo, aber immerhin. Beeindruckend sind eben auch die PS. Familienkutschen dieser Art beschneiden den Fahrer ja in seiner Männlichkeit, oder zumindest kann man sich meist von einer jugendlich spritzen Fahrart verabschieden. Nicht so bei dem Auto, da muss man nicht schon 10 Minuten vorher berechne wann man ausscheeren darf um dann den sattelschlepperfahrenden Opi bergauf überholen zu können. 

Auf der Autobahn bemerkte ich dann auch dieses Insekt, welches sich mit einer beeindruckenden Beharrlichkeit an der Frontscheibe direkt im Blickfeld des Fahrers hielt. 
 Nach genauerer Betrachtung identifizierte ich das Getier als Steinschlag. Um eine lange Story kurz zu machen: ich Ruf den Händler gleich am Montag an, konfrontierte ihn mit meiner Meinung, dass der Steinschlag schon auf seinem Hof in der Scheibe war, er mich mit den Worten „kann nicht sein, sonst hätte er ja kein TÜV bekommen“. Aussage gegen Aussage. Zum Glück fielen mir die Fotos ein, die ich auf dem Hof für Jennifer und anderes fachkundige Personal machte, ha, HA – da war er schon. Das schrieb ich auch dem Schlitzohr und mit 5 Tagen Verzug überwiesen er auch die 150 Euro Selbstbeteiligung, die wir von der Rechnung von ATU von über 1500 Euro. 

Von Jonas York

2012 : Ich bin ein Blogger. Will meinen Heimathafen Berlin mit dem Heimathafen Hamburg in 2012 tauschen. Für Alle die es interessiert sollen hier die spannenden und weniger spannenden Geschichten des Jonas Y aus B an der Spree die sein Umzug mit sich bringt niedergeschrieben und bebildert werden.

2017 : Fünf Jahre später, wir sind nun von Hamburg aufs Dorf gezogen. Zu den Geschichten zum Umzug sind einige zu Häuschensuchen und Kinobesuchen gekommen.
Einige zu Eltern und Kindern, nicht zuletzt weil wir nun Fünf sind.