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007 – James Bond SPECTRE – eine kleine Filmkritik

Eine unvoreingenommene Filmvorführung ist bei dem neuen James Bond-Abenteuer SPECTRE nicht möglich. Wie alle Filme aus Hollywood hat sich auch dieser Streifen mit enormen Marketinganstrengungen in unser Bewusstsein gebohrt. Nicht zuletzt war Jens auf der Premiere in Berlin und gab schon am ersten Vorführtag eine kleine Filmkritik ab. Die lautete, analog zu allen anderen Kritiken, zusammengefasst etwa so: die Actionszenen sind noch ok, da etwas un-inspiriert, die Dialoge sind dafür um so neckischer. Wobei ’neckischer‘ meine Wortwahl ist.
Das Marketing, wie Trailer und Werbung mit Daniel Craig, verspricht eine geheimnisvolle Vorstellung, die die letzten drei Filme und die dort eingeführte Vorgeschichte zu Bond, James Bond verwebt und den geneigten Zuschauer ein „ahh“ und „ooh“ beschert. Alles hängt mit IHM zusammen, im Trailer ‚er ist der Grund warum Bond, James Bond überhaupt ist, wer er ist‘.

Christoph Waltz aka der Bösewicht steckte wohl hinter allem was Bond, James Bond widerfahren ist – zumindest in den letzten drei Filmen. Casino Royal – Poker, Waffenhandel/Le Chiffre und Vesper, Quantum – Wasserspeicher und ebenfalls rachesüchtiges Hotty und Skyfall – schwuler Bösewicht jagt M (Judie Densch) und das „Familienhaus der Bonds“ fällt in Schutt und Asche.

Wir sind gespannt was kommt.

So, nun hab ich den Film gesehen, hier eine kl. Filmkritik.

Ich würde SPECTRE eine 11,5 von maximalen 20 Punkten geben. Nicht dass er schlecht war, aber ich hätte mir von dem Film etwas Besseres erwartet.

Aber von Vorn oder zumindest etwas konstruktivere Kritik.

Der Plot an sich gäbe eine gute runde Story. Wie eingangs erwähnt sollten nun alle Fäden zusammenführen, jedoch wurde lediglich ein mal gesagt, dass der Bösewicht der Verursacher alle Schmerzen von Bond sei und die Wege sich immer kreuzen – Bond störe den Bösewicht in seinem Tun und dann stirbt dafür einer von Bond, James Bonds Seite. Dann werden die Namen aus den anderen Filmen erwähnt, wie Vesper oder M, jedoch ist das noch kein fein gesponnener Plot. Auch nicht, wenn Bond dann später in der alte MI6-Zentrale vorbei an gefliessten Räumen läuft, die mit Bildern von Personen der vorigen Filme an den Wänden bestückt sind.
Also der Plot, der sich durch die von Sam Mendes verfilmten 007-Filme ziehen soll, der erschließt sich mir nicht. Einzig Mr White, der eine Bösewicht aus einem anderen Film, spielt eine Rolle, jedoch nur als Stichwortgeber und Bösewicht, dem sein neues Gewissen zum Verhängnis wurde. Naja und dann eben auch seine Tochter, bei der man einige Male nicht umher kommt ihre reizvolle Anmutung im Negligé oder Spitzenkleid zu bewundern.

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Der in sich abgeschlossen Plot des Filmes erschließt sich dagegen recht schnell: es geht, wieder einmal, um das Alte gegen das Neue. Genau soviel wie der Film alte Bondstreifen gewollt zitiert, genauso viel kennt man die Story aus anderen Filmen. Der junge aufstrebende Machthaber, im Dienste des vermeintlich Guten, aber doch finanziert vom Bösen fegt das Alte weg. Digital kommt daher und will Analog ablösen. Die ‚Totale Überwachung‘ aka 1984 als einziges Mittel die Demokratie zu schützen löst die 00-Agenten ab, altes Eisen. Natürlich ist am Ende alles Gut. Die Bösen werden von alt hergebrachten vertrieben. Siehe Terminator und Skynet, siehe Stirb Langsam 4.0 usw usf. So die Storyline an der Oberfläche. Dann gibt es aber natürlich das zu tiefst Psychologische: Bond wurde als Bub von einem Österreichischen Skilehrer als Waise aufgenommen, der Skilehrersohn erkannte das Kuckuckskind in seinem Nest und brachte den Vater um. Seit dem trachtet er anscheinend danach Bond, James die Hölle heiß zu machen. Und der leibliche Sohn tritt nun in Erscheinung in Form von Franz Oberhausen als Christoph Waltz. Bond, der kleine Waisenjunge ist somit quasi der Quell allen Übels. Der Verursacher einer weltumspannenden, allmächtigen Geheimorganisation, die alles und jeden in der Hand hat. Bond war die Triebfeder des kleinen Oberhausen Chefbösewicht einer der mächtigsten geheimen Geheimorganisationen zu werden.

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Und hier setzt meine Kritik an: Bond, James bringt im Finale mit 4 Schuss vom Boot auf der Themse den Helikopter vom Oberschurken zum Absturz. Und so zieht sich eine Unglaubwürdigkeit nach der nächsten durch den Film. Bond wird nicht aus dem Haus, dass mit Tonnen von Sprengstoff in Schutt und Asche gelegt werden soll, entkommen – sagt der Böse. Bond aber rettet sich mit einem einzigen Sprung und landet in einem Fangnetz für Bauarbeiter. Dieses Netz wird schon mit unzähligen Aufnahmen, Nah-Fern, bedacht, sodass es letztlich so berechenbar ist, dass er dort landet, dass man gähnen könnte. Dann bringt er das geheime Geheimversteck vom Bösewicht, das auf keiner Landkarte verzeichnet ist, mit weniger als einem Gewehrmagazin zum explodieren. Um genau zu sein er schießt auf Druckanzeigen von irgendwelchen Rohren, von denen man nicht die leiseste Ahnung hat, was diese transportieren. Es wird so und so nicht gelüftet, was sich da im Nirgendwo in Afrika befindet, was Oberhausen (böser Bösewicht) dort treibt. Abgesehen von einem langen Raum bei dem ca 60 Angestellte auf Bildschirme schauen und die Welt durch Kameras beobachten.

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Das alles geht hoch, in Feuer und Rauch auf. Also hat der Bösewicht der Bösewichte nicht daran gedacht, dass eine einzige gezielte Kugel sein geheimes Geheimversteck in Gänze explodieren lassen kann… Hat der Bösewicht den nicht einen einzigen Bondfilm gesehen. Man braucht doch wenigstens einen einzigen Mini-Plan-B. Ebenso beim Malträtieren von Bond. Hier lehnt sich der Bösewicht zwar an seine Vorgänger an – Bond festgeschnallt und von ferngesteuerten Roboterarm in Leib und Leben bedroht. Analog zu Goldfinger und dem Laser oder den Kreissägen, die ihn in Hälften teilen soll. Ok, hier geht der Minibohrer subtiler vor und soll mit minimalinvasiver Bohrung das Licht und die Erinnerung von Bond, James ausknipsen. Und es wird gebohrt, nur dass dann geliebt Ms. Swann (Mr Whites Tochter) an ihn ran tritt und doch noch erkannt wird. Naja und dann kann sich Bond, James noch retten indem er in besagter Bohrsession ihr eine Uhr, die explodieren kann, zusteckt und so Oberhausen, Schurke hinter allen Schurken, fast zur Stecke bringt. Und wie gesagt drei Minuten später sein Geheimversteck, siehe Bilder. Die erwähnt Uhr ist übrigens Gadget 1 von 1. Wie lahm – war es nicht gerade das Spielzeug, welches Q dem Bond, James bastelte, was die ganzen Männer so an die Figur Bond fesselte, begeisterte? War es! Einzig der Aston Martin, neusten Model war dabei, nur war es eigentlich für 009 gedacht und lediglich der Schleudersitz funktionierte bevor das Fahrzeug im Fluss in Rom versenkt wurde.

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… Aston Martin

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Actionszenen meines Erachtens ansehnlich waren. Jedoch nicht an bspw. die Verfolgungsjagd über den Dächern Istanbul (zumindest wurde es dort gedreht) in Skyfall oder den Parcours-Trip in ‚Casino Royal‘ auf der Baustelle, heranreichen. Die Story ist doch sehr an Haaren herangezogen – ‚Sohn fühlt sich von Kuckuckskind-Bruder und Vater verraten, bringt Vater um und rächt sich als Oberschurke am 00-Kuckuck‘. Die vielen Ungereimtheiten, die machen dann letztlich den Hauptkritikpunkt aus. Kleine Bohrungen in den Kopf von Bond, James sind die Rache für einen verlorenen Vater und Rache an einem Spion der der Organisation sehr sehr viel Schaden anrichtete.

 

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Der Schurke aller Schurken wird mit weniger als einem Magazin der bondschen Walter PPK vom Himmel geholt.

Dann noch dass sich der Oberbösewicht von 4 Kugeln, 9mm, vom Himmel holen lässt. Lappisch, schwach und wenig glaubwürdig.

Von Jonas York

2012 : Ich bin ein Blogger. Will meinen Heimathafen Berlin mit dem Heimathafen Hamburg in 2012 tauschen. Für Alle die es interessiert sollen hier die spannenden und weniger spannenden Geschichten des Jonas Y aus B an der Spree die sein Umzug mit sich bringt niedergeschrieben und bebildert werden.

2017 : Fünf Jahre später, wir sind nun von Hamburg aufs Dorf gezogen. Zu den Geschichten zum Umzug sind einige zu Häuschensuchen und Kinobesuchen gekommen.
Einige zu Eltern und Kindern, nicht zuletzt weil wir nun Fünf sind.

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