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(Unsere) Kinder, Internet und technische Geräte

Ich habe einen Entschluss gefasst: die beiden großen Kinder sollten ab kommendem Jahr, wenn sie in der Gesamtschule sind, einen eigenen Computer bekommen. Aktuell, im Alter von neun und zehn Jahren, bedienen sie unsere Handys und das Familientab so, dass die Filme auf YouTube schauen können, kostenlose Spiele aus dem App-Store spielen können und zum Teil auch problemlos im Internet recherchieren können. Emilia, gerade 5 Jahre,

beschränkt sich auf das Schauen von Filmen, die wir ihr auf YouTube eingestellt haben. Das sind z.b. Filme von Conny, Peppa Wutz oder auch Zoes Zauberschrank.

Alle Kinder, insbesondere die großen, gehen geschickt mit den digitalen Endgeräten um. Das heißt zum einen, dass sie die Geräte relativ gut bedienen können und zum anderen, dass sie sich den Gefahren, zumindest in rudimentären Ansätzen, bewusst sind. Dazu habe ich ihnen jedes Mal, wenn Sie ein kostenloses Spiel aus dem App-Store geladen haben, die ersten Minuten begleitet und ihnen auch während des Spiels klar und deutlich gemacht, dass das primäre Ziel des Spiels ist, dass man investiert. Beispielsweise, wenn man das Pferfehotel betreut, dass man in den ersten Minuten kostenlos spielen, die Pferde betreuen kann, und es nach einer gewissen Zeit nicht mehr so viel Spaß macht, es sei denn, dass man bares Geld investiert. Des Weiteren weise ich jedesmal, wenn YouTube Werbung spielt, darauf hin, dass es sich um Werbung handelt, mit dem Ziel etwas zu verkaufen. Dann fallen Sätze wie: das ist keine Unterhaltung, das ist Werbung, die darauf abzielt, dass ihr das und das toll findet… Und später kauft.

Ein Problem, das hauptsächlich bei YouTube auftritt, ist, dass zwischen den Kinderfilm wie Peppa Wutz natürlich auch Werbung für Erwachsene ausgespielt wird. Dabei geht es nicht nur um Rasierer, Damenhygiene und Waschpulver, sondern auch um actiongeladene Filme im Internet oder auch andere Unterhaltungsformate für Erwachsene. So sind sich die Kinder einiger kleinerer Gefahren im Internet bewusst, auch wenn sie sie noch nicht erfahren haben oder abschätzen können.

Die rasante exponentielle Entwicklung des Digitalen

Trotzdem ich davon überzeugt bin, dass das globale Internet eines Tages vor die Hunde gehen wird, ob der Grund ein globaler digitaler Krieg ist oder einfach ein Unfall, bin ich auch davon überzeugt, dass Digitalisierung, Bits und Bytes und Technik ein wesentlicher Bestandteil der Zukunft meiner Kinder ist.

So ist es an uns, den Eltern der zukünftigen Generationen, sie entsprechend auf die Zukunft vorzubereiten. Die Entwicklungsgeschwindigkeit des Digitalen hat sich in den letzten Jahren exponentiell gesteigert. Das heißt, dass in den letzten Jahren, insbesondere seid Einführung des Internets, der technische Fortschritt so rasant entwickelt hat, das selbst die Regierungen nicht mehr hinterher kommen, diese in gesunden Bahnen zu halten. Stichwort DSGVO, Cyber Kriege und Terroranschläge auf digitalen Ebenen.

Selbst ich, dessen Job auf digitaler Kommunikation beruht, kann einfach nicht mehr up-to-date sein. Das betrifft zum einen die Technik, zum anderen die Technologien wie Hilfsmittel, bspw. Apps und Tools. Insbesondere den Einfluss, den die Digitalisierung, auf unsere Gesellschaft hat, ist für mich nicht einschätzbar. Nebenbei bemerkt, ist es für niemanden möglich in die Zukunft zu schauen, nicht in die nahe Zukunft in 2 Jahren und erst recht nicht, wie sich neue Erfindungen der kommenden 10 oder 20 Jahre auf das Leben auswirken.

Hauslehrer – Vorbereitung auf die Digitale Welt.

Um die Kinder auf die Entwicklung der kommenden Jahre vorzubereiten, ist es meines Erachtens wichtig, einen Grundstein zu legen. Ein Grundstein an Wissen und Verständnis, der die Kinder befähigt alles was dort kommen wird besser… Oder überhaupt zu verstehen.

Ich möchte in den kommenden zwölf Monaten den Kindern ein Hauslehrer sein. Ich beabsichtige in etwa 5 Modulen, den Kindern eine Fortbildung in Sachen Digitalisierung zu geben.

Stunde 1: Grundlagen der technologischen Entwicklung. Im Teil 1 geht es darum den Kindern einmal die Geschichte der Digitalisierung, die Geschichte von Technologien, die heutzutage für jedermann zum Alltag gehören, zu erklären. Angefangen beim Internet, dass etwa am 30. April 1979 das erste Mal auf die Welt losgelassen wurde. Zudem technische Grundlagen wie die Sprache mit Einsen und Nullen. Dann die rasante Entwicklung der letzten 35 Jahre.

Hier dient sicher das Telefon als ein Anschauungsobjekt. Angefangen bei den ersten Telefon, den Mobiltelefon, die etwa eine Größe eines Koffers hatten, über Telefone mit monochromen Einzeilen-Display, bis hin zu Smartphones, die heutzutage so leistungsstark sind, wie ein Hochleistungscomputer von 1991.

Wie schon in der Schule, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit beim Urschleim anzufangen. Jedoch denke ich, dass die Informationen, wie alles begann und wie schnell sich alles bisher entwickelt hat, wichtig ist, um ein wenig in die Zukunft zu schauen.

Stunde 2: Einfluss von Technologien auf unsere heutige Gesellschaft. Auch hier dient das Internet und Telefone, vielmehr Smartphones, als perfektes Anschauungsobjekt. Hier dreht es sich um die Verbesserungen, die eine neue Entwicklung mit sich gebracht hat. Ich werde natürlich nicht auf den Weberkrieg und die Dampfmaschine eingehen, jedoch kann man durch den Vergleich der Kommunikation von einzelnen Individuen 1990 und heute sehr verständlich den Einfluss deutlich machen. Dabei versuche ich nicht zu weit abzuschweifen vom Leben der Kinder, trotzdem es natürlich auch ein wichtiger Punkt ist, zu verstehen was Internet und Digitalisierung mit der Welt machte.

Wie schon Theodor Adorno in den 60er Jahren feststellte, schrumpft die Erde. Soweit ich mich erinnere, bezog er es auf neue Fortbewegungsmittel. Um 1900 benötigte man noch Tage, um von einem Land ins andere zu reisen. Es dauerte sechs Wochen um von Europa nach Amerika zu schippern. In den 80er Jahren, als die Concorde, als erstes Überschallflugzeug ihren Dienst tat, schrumpfte die Erde schon auf einen Bruchteil der Größe von 1900. Heutzutage kann man eine Distanz, von beispielsweise Deutschland nach Seattle, auf ein Minimum von Sekunden reduzieren… zumindest virtuell. Mit FaceTime, 3D simulierten Grafiken und bester Bildauflösung, lassen sich schon Meetings in virtuellen Räumen abhalten. Ebenso die Entwicklung von Virtual Reality wirkte sich… wirkt sich auf die Kommunikation der nächsten Jahre stark aus. Solange kein großer Knall passiert und die Erdbevölkerung, die an der Internet-Nadel hängen, geschlossen zur Pre-Petrole-Gesellschaft zurückkehren wird, wird sich der Einfluss auf das tägliche Leben aller ebenso exponentiell schnell verändern, wie neue Technologien geschaffen und eingesetzt werden.

Stunde 3: Negative Auswirkungen. Neben den wertfreien Betrachtung von Veränderungen durch Technologien und Digitalisierung, möchte ich in Teil 3 darauf eingehen, wie sich Smartphones auf die individuelle Kommunikation, aber auch das Darknet auf die Gesellschaft negativ auswirken können. Habe ich in Stunde 2 geschrieben, wie Technologien geschaffen wurden, um das Leben einfacher, leichter, schneller zu machen, geht es hier um den negativen Einfluss von Erfindungen. Negativer Einfluss, der nicht beabsichtigt war, als man das Auto erfand, als der Staubsauger entwickelt wurde, oder die Kernspaltung, jedoch die negativen Auswirkungen, die als Begleiterscheinungen daher kamen. Ein schönes Beispiel, dass die negativen Begleiterscheinung von Smartphones illustriert, sind Swombies. Das Unwort eines der letzten Jahre beschreibt, wie vornehmlich junge Leute, auf ihr Smartphone schauend, durch die Welt stolpern, als seien sie gedankenlose Zombies.

Stunde 4: Gefahren von neuen Technologien für Individuen. Ging es im dritten Teil darum, wie sich Technologien und so weiter negativ auf eine Gesellschaft auswirken können, geht es hier darum, wie jeder einzelne „betroffen“ sein kann. Dabei dreht es sich hauptsächlich um Cyberkriminalität. Das heißt nicht um Gefahren die von Begleiterscheinungen ausgehen, sondern über kriminelle Machenschaften, die erst mit den neuen Technologien möglich sind. Hier spielen Schlagworte wie Darknet, Cybermobbing und Internetpiraterie eine Rolle. Das, was am nächsten am realen Leben meiner Kinder dran ist, wird Cybermobbing sein. Angefangen von Gruppenzwängen via WhatsApp-Gruppen, bis hin zu Bulling von Freunden in sozialen Netzwerken, wie Facebook Snapchat oder Instagram.

Ein wichtiges Ziel von Kapitel 4 ist, dass die Kinder, durch ein besseres Verständnis der Gefahren, besser auf negativen Einfluss reagieren können. Zum einen, dass sie nicht unbeabsichtigt Akteure werden, und zum anderen, dass sie Handlungsmöglichkeiten an die Hand bekommen, direkte oder indirekte Gefahren abzuwehren.

Stunde 5: der Test. So wie ich mich kenne, werde ich schon während der Stunden zwischen Fragen stellen so dass das just gehörte sich ein wenig festigt. Zu einer richtigen Schule, zu einem richtigen Lernkurs, gehört, dass am Ende ein Test geschrieben wird. So werde ich den Inhalt der vier Stunden in etwa 20 Fragen widerspiegeln. Ziel ist natürlich die Ergebnissicherung, das Gelernte soll sich festigen. Des Weiteren möchte ich natürlich sicherstellen, dass die Inhalte auch verstanden wurden. Durch geschickte Fragen, die den Inhalt zwar wiederspiegeln, jedoch nicht die Worte oder Beispiele, lässt sich leicht herausfinden, ob es verstanden wurde.

Von Jonas York

2012 : Ich bin ein Blogger. Will meinen Heimathafen Berlin mit dem Heimathafen Hamburg in 2012 tauschen. Für Alle die es interessiert sollen hier die spannenden und weniger spannenden Geschichten des Jonas Y aus B an der Spree die sein Umzug mit sich bringt niedergeschrieben und bebildert werden.

2017 : Fünf Jahre später, wir sind nun von Hamburg aufs Dorf gezogen. Zu den Geschichten zum Umzug sind einige zu Häuschensuchen und Kinobesuchen gekommen.
Einige zu Eltern und Kindern, nicht zuletzt weil wir nun Fünf sind.