Nachher, heute: die Nachbarn.

Wenn es um die innerdeutsche Geschichte der Landesteilung geht, geht es um Assimilation, Infiltration, um Bespitzelung und solche Dinge. Wer nun wie assimiliert wurde und wer das Ausspähen mehr drauf hatte ist nicht eindeutig zu sagen, jedoch lässt sich 22 Jahre nach der Annektierung des anderen Teils des Landes feststellen, dass eine gut funktionierende Nachbarschaft – im Sinne von „Alle passen auf ihre Hood gemeinsam auf“ kein charakteristisch Ostdeutsches Gut ist.

Diese Erkenntnis kam mir bereits am Tage des Einzuges. Wie die Nachbarn nun an den Balkonen standen und ihnen die Alibizigaretten, sprich: der Vorgeschobene Grund auf den Balkonen zu stehen, schon zum Halse rausguckten, formte sich ein wunderschöner Satz in meinem Hirn: In Hamburg Schauen dir die Nachbarn nicht zu – Sie Beobachten. (wird mein Einstieg klarer?)

In Berlin wäre die Situation etwas anders, da würden die Nachbarn sicher auch auf dem Balkon stehen, aber sie wären maximal interessiert daran das da was passiert und sobald sie ihre Fluppe ausgesuckelt hätten wäre alles andere in der Wohnung genauso interessant und sie würden ihr Blick abwenden. 
Hier aber stand den meisten Zuschauern aber deutlich wie schwarze Tusche auf schneeweißem Papier ins Gesicht geschrieben „auweia, dass die mal kein Stress machen, und dann noch zwei Kinder – sag nur Drooogen, ich warte nur noch auf das Schlagzeug“. Is nun nicht so, dass wir „Louder Harder“ auf unseren Klamotten stehen haben, auch kein Consdaple oder „Humanity is overrated“. Aber unser Einzug stand unter strengster Beobachtung.

Nun ja. Da waren wir, komme was wolle in das Haus mit 5 weiteren Mietparteien eingezogen. Ui eine schöne Metapher, Parteien. Die meisten politischen Parteien können sich auch nicht riechen, manche kooperieren und manche koexistieren.

Aber nun mal chronologisch wie ich die Nachbarn kennenlernte. Zum späteren Verständnis bekommen sie Codes. Zum Beispiel 1b – eins steht für erste Etage, also ganz unten und b für rechts.
 Als erstes, noch vor dem Umzug, zu Renovierungszeiten traf ich Frau 2b. Ich kehrte gerade eine Stufe vor ihrer Tür, die ich zuvor mit Dreck aus der ausgerissenen Mülltüte verunreinigte. Sie kam aus ihrer Wohnung und sagte, dass sie ja seit neustem Hausreinigungskräfte haben. Deren Anstellung nun seit dem Auszug unseres Vormieters nichts mehr im Wege stand. …ich konzentriere mich nun erst einmal auf die Aussagen die die intrahausischen Verhältnisse klar machen und lasse das klassische Smalltalk-Geplänkel weg…
 Auf die Bemerkung, dass nun alle Wände abgeschliffen und weiß sein, erwiderte sie, dass der Vormieter das ja alles sehr schön eingerichtet habe, so schöne Tapete und Regale im Flur und so. Das klang alles sehr nach den schönen Harlekin-Gibs-Masken die man vornehmlich in Plattenbausiedlungswohnungen findet. Kurz um: 2b sympathisierte ganz schön doll mit unserem Vormieter (3a). Dann trafen wir nach dem Umzug auf 2a. Junge Großeltern um die 50. Nett und zu unserem grossen Leidwesen Raucher, bevorzugt auf ihrem Balkon, welcher genau unter unserem ist. Kiffe haben wir auch schon gerochen. Die jedenfalls schienen unseren Einzug sehr zu begrüssen. Selbst unsere Kinder sein sowas von willkommen, denn: Alles ist besser als ihr ehemaliger Nachbar und unser Vormieter. Ein älterer Ostler aus dem Großraum um Leipzig, der – so sagen sie – nicht begriffen habe das die Mauer gefallen ist und somit der Spitzelstaat. Er fühlte sich bespitzelt und bespitzelte. Genaueres wollte sie uns ersparen, nur soviel, dass er Buch führte wann Abends und Nachts Wasser per Clospühlung oder ähnliches verwendet wurde. Ergo: erste Missgunst zw. pro-unser Vormieter 2b und contra-unser Vormieter –2a. 
Dann trafen wir auf den Mann aus 2b. Wir kamen über den Platten des einen Kinderlaufrades darauf, dass ja 1b schon mehrmals Luft aus Fahrrädern ließ die missbilligend unter die Treppe, Kellerlevel, gestellt wurde. Er erzählte so manch Story die das Bild des älteren Herren das wir gewonnen hatten noch abrundete. Er war ein eher missmutiger dickbäuchiger Mann, der gerne Schifferklaviermusik hörte und auf seiner ebenerdigen Terrasse Bier zu einem immer recht deftig riechenden Essen trank. Kurzum: 1b und 2b schienen sich nicht grün, oder treffender wäre verfeindet, zu sein. Dann noch das vom Baugenossenschaftsmenschen zur Wohnungsbesichtigung angekündigte Trockenraumproblem. Ein Trockenraum dessen Nutzung zw Mietparteien abgestimmt wird. Dieser Freiraum führte dazu, dass 2b und 2a und 1a (1a – die hatten wir noch nicht) Probleme miteinander haben. Das begriff ich auch als 2b uns animierte auch den Trockenraum zu nutzen, wann immer wir wollen, er stünde ja Jedem Mieter zu… merkt ihr was.
Egal. Nun stellte sich eben raus, dass die Einzige, von der wir dachten, sie sei eher ulkig und hätte Potenzial für Nachbarschaftsstress, die war die wir als wirklich sehr, sehr nett kennenlernten – 3b. Sie trug immer wirklich stylische Sachen, für Jemanden der auf einer „Zurück in die Zukunft“-Konvention den ersten Preis für das schönste Bluse-Leggings-Ensemble gewinnen will. Ihre Fenster sind ausstaffiert mit allerlei, sagen wir mal höfflich, Plunder wie beispielsweise kleine Ziervogelkäfig – nicht Ziervogel, sondern Zierkäfig für Vögel -, kleine Jugendstillampenschirmchen für Nachtischerleuchtungen geeignet und getrocknete Korkenzierweisen – gefärbt. Nun ja über Stil und nicht lässt sich bekanntlich lange diskutieren.
Der neuste Coup, und damit begrüßten wir auch gleich die Alberts, war, als 2b uns vom Balkon fragten ob wir im Treppenhaus die Fenster ganz weit aufgemacht hätten…nein, aben wir nicht. Zu lesen war dann in dicken und unterstrichenen, z.T. roten Lettern auf weißem Papier geschrieben, dass es doch Bitte !! reiche wenn man das Treppenhaus permanent mit gekipptem lüften solle um eine immer frische Luft zu gewährleisten, gefälligst !

vorher nachher, heute: die Nachbarschaft

Also warum ich kein „vorher nachher, heute: die Nachbarn“ machte weiss ich nicht. Da ich jedoch um die 10 Jahre, Jenny ca 4 Jahre und die Nasen eben ihr bisheriges Leben dort in der Florastrasse verbrachten, sollte es recht einfach und möglich sein das Vorher nachzuholen.

So folgt nun (die Zusammenfassung für die Lesefaulen wieder unten) eine kleine Ode an die Flora 39. Fotos folgen.

Wie bereits erwähnt bin ich mit meinen Flatmades von der Florastrasse 69 in dieses tolle Haus gezogen. Von dem ersten OG mit Balkon nach vorn und vor der Tür eine Bushaltestelle in eine 97qm grosse Wohnung im 3.OG. Zur Wohnung nur soviel, dass sie unsanierter Altbau war und ist mit entsprechender Heiztechnik. Das Haus wurde 1898 erbaut. Damals als in der Florastrasse noch mehr Gärtnereien waren als heute Kinderschuhgeschäfte. Daher eben auch der Name Rue de Flore. Wir sind damals an die Wohnung gekommen weil eine Freundin von Sandra uns eine Wohnung über ihr schmackhaft machte. Warum die Anette ausgerechnet eine Dreier-WG über sich wohnen haben wollte…man weiss es nicht. Nun ja so sind wir in die Wohnung eingezogen. Beate – die 3 Monate später auszog, da Medizinstudium geschmissen um nach Halle/Saale zu ziehen – kaufe in der O-Strasse Farbpigmente ein, die dann über die zumeist frisch gelb gestrichenen Wände mit Hilfe von Leim gezogen wurde. Ok. To much information. Zurück zu den Nachbarn. Durch Anette und Tobi, bzw ihrem damaligen dritten man am Wagen – den Bandleader und Mastermind der One-Hit-Wounder-Kombo des Liedes „einfach schön Ficken“ – kannten wir nun schon welche im Haus. Das war ganz nett so kam es eben auch das man mit MIA an einem Frühstückstisch sitzen dürfte. Dann kannten wir zufällig noch Andi – einem Quasivorgänger von mir in der Flora-69-WG. Die Anderen Hausmitbewohner sollten sich in den ersten Jahren versteckt halten.

Das ältere emeritierte Ehepaar, beide Mediziner sollten wir tatsächlich erst ca 8 Monate nach unserem Einzug kennen lernen. Ebenso die anderen. Die Bettina, mit ihrem Schmuckladen unten im Haus natürlich früher. Da sie eben immer im Laden war und Sandra auch schon vor unserem Einzug eine Kundin.

Nun ja – in der WG-Zeit fing ich an im HHH – Hinterhaushof die Tische und Stühle zu nutzen und fing, erst zu Geburtstagen dann auch einfach mal so, an Freunde einzuladen und zu grillen. Das Fass war angestochen, dass heisst so nach und nach begannen auch andere Nachbarn, vornehmlich aus dem Hinterhaus, dieses Kleinod zu nutzen. Es war extrem grün und wenn man die S-Bahn, die in 4,5 Metern Höhe direkt am Garten vorbeifuhr, weglässt auch recht ruhig. Die erwähnte Mauer zur S-Bahn und die alten Mauern drum rum waren komplett mit Efeu zugewachsen, Büsche und Bäume taten ihr übriges diesen Garten zu einem kl. Urwald zu machen.

Mit der Zeit tummelten sich nun zu jeder Tageszeit ein paar Nachbarn im HinterHinterHof und dann auch HinterHof und so blieb es nicht aus, dass man alle Nachbarn kennen lernte. Andi – der sehr lieb und nett ist, aber irgendwie ein übersteigertes Planungs-, Organisations- und Integrationsbedürfnis hat – fing auch an von der Gesobau Gelder anzufordern für eine Hofverschönerung. Durch die nun regelmässigen Treffen der Nachbarn auf dem Hof wurde man schnell mehr als nur Nachbarn, es entstand eine Hausgemeinschaft wie bis 1989 in Berlin normal, die danach jedoch nicht mehr so lebensfähig waren.

So peu à peu wurde das immer wieder auf die nächst höhere Stufe gebracht. Die irgendwann schon legendäre Hofsuppe. Einer, bzw. eine Familie machte in der Woche vor einem Mi oder Sa oder Mo einen Aushang, das in ein oder zwei Tagen eine Xy-Suppe gemacht würde, andere trugen dann auf dem Aushang noch nach, dass sie Baguette mitbrächten. So kam es, dass zw 6 (inkl. 50% Kinder) und ca. 20 (inkl. 60% Kinder) Leuten am Abend sich warme Kartoffel-Mören-Suppe, Süss-Sauer-mit-Hähnchen-Suppe oder ähnliches bei der Feuerschale rein zogen. Danke Lars Beziehung zur Holzverarbeitenden Bauindustrie gab es auch immer ordentlich Holz für die selbst im Winter enorm wärmende Schale. Ebenso hatte Lars auch Connections zu Förstern (er selbst erlegte in einem Waldgebiet an der Müritz jedes Jahr diverse Jung- und Alttiere – Rehe, Wildschweine etc) gabs auch mal Baumstämme mit bis zu 20 cm Durchmesser. Diese Stämme, das handwerkliche Geschick von Lars und der wunsch auch mal was herzustellen von ein paar anderen Vätern im Haus brachte einen Unterstand mit Tisch heraus – ich sagte immer: eine Wald-Biergarnitur.

Irgendwann wurden gemeinschaftlich die Mülltonnen nebst Holz-Sichtschutz-Palisade verrückt, ein Buddelkasten erbaut und eine Tischplatte besorgt. Also eine gut funktionierende Hausgemeinschaft. Bemerkenswert war auch unser Hausflohmarkt. Neben dem ab und an stattgefundenen Flohmarkt bei dem Externe auf Tischen im Hof aufgebautes Müllbiliar kaufen sollten – und oft, da an Florastrassenläden angeschlagene Aufforderung zu kaufen, dass auch taten gabs ein eigenes Eckchen im Hausflur wo Ausgedientes hingestellt wurde und von Jedem mitgenommen werden konnte. Da kamen illustre Schätze zum Vorschein. Sagenhaft. Alte bis steinalte Parfüme, Ratgeberbücher für verlassene Frauen, Schuhkartons voll mit Schnürsenkeln mit VEB-Etiketten, Keramikkerzenständer die zu keiner Zeit und Niemals ‚in‘ waren, Aufsätze fürs Klo für Kinder, Tupperdosen in Formen und Farben da staunt die Hausfrau, aber auch abgefahrenes wie Eisschalen, Klamotten und schwedische Fernsehertische. So kam es dass sich unser Hausstand regelmässig im Hausflur entleerte und zugleich wieder mit ähnlich para-nützlichem zunahm. An sich, das muss hier erwähnt werden, ist solch Hausflohmarkt in Berlin normal. Man stellt einfach alles ersteinmal vor die Tür mit einem Zettel dran „zu verschenken“ und wartet ab. So bin ich auch zuletzt meinen alten 19″-Monitor losgeworden. Manchmal frage ich mich wer nun die alten handgemachten Eisschalen, von meinen Grosseltern ihrerzeit aus Ungarn mitgebracht nun rum stehen hat.

Nun ja zusammenfassend kann man sagen, dass durch diese Konstellationen der Menschen und ihrer räumlichen Wohnnähe wirklich nette Gespräche und, sagen wir mal auch, Austäusche gebracht haben.

Es waren sehr unterschiedliche Charaktere, den serbischen Kroaten aus Jugoslawien mit den Zwillingen und Bela wie er in die Rolle des grossen Bruder reinwächst, den ehemaligen Theologiestudenten und jetzigen Sozialarbeiter nebst kranken Kind, die Mutter-Tochter-WG mit (auch, wie wir noch) Kohleheizung, die emeritierte Mediziner, den Wildscheinjäger und seine Familie, die immer-netten K.s mit Vornamen wie Rafael, Isaak, den dauerarbeitslosen Weingutbesitzer oder die WG aus Mutter, geschiedenen aber noch mitlebenden Vater und die Töchter dazu sowie die junge WG mit Kiffe und Longboard, und das machte die Hausgemeinschaft so liebenswert. Ach und nicht zu vergessen Eloan (oder so) mi Mutter und Schwester. Sie wohnten ca 3 Jahre in der Flora, der Vater Franzose und Artist im Zirkus. Eloan der bald frauenverschlingende Blondschopf mit langen Haaren, blauen Augen, brauner Haut und französischem Akzent. Seine Schwester, wie ihr Bruder um die 10 Jahre alt und Kindersitterin des Hauses – ob gewollt oder nicht. Und eben die Mutter – die mehr „Selbst ist die Frau“ ist als drei der Hinterhausväter zusammen. Und eben wir bzw. nun eben nicht mehr.

Zusammenfassung: das Leben in der Florastrasse war super.

Vorher Nachher, heute: der Arbeitsweg

Wie bereits kurz angekündigt hier nun das Nachher, heute: der Arbeitsweg.
Ihr erinnert Euch, ca 40 Minuten war ich von Tür zur Tür unterwegs. Ein Teil der S-Bahn-Strecke fuhr ich durch bzw auf einem Stück ehemaligem Todesstreifen der Wedding vom Prenzlauer Berg, Ost von West, Ulbrecht von Reuter trennte. Vorbei am Tränenpalast, einem Symbol für die Teilung Deutschlands und den unzähligen Schmerzen – seelischen und physichen -, am Ard-Hauptstadtstudio, am Bundespresseamt, durch den Berliner HBF (ehemaligen Lehrter Bahnhof), S-Bahn-Station Bellevue, Tierpark und Zoo aussteigen.

Nachher, sprich Aktuell, Jetzt, Täglich: fahre ich erst in einem Bus. Fahre ich 7.25 Uhr mit dem, habe ich eine Station zur nächsten Haltestelle ca 45 Kids um mich rum, danach weiter mit ner Oma die sich verirrt hat. Umsteigen von Bus in S-Bahn, azyklisch heisst alle fahren in die Stadt, ich raus. Habe ich in Pankow meist auf einen Sitzplatz gewartet, könnte ich mir nun blind einen Sitz suchen setzen und würde nie auf einem Schoß landen. Dann umsteigen in die Regionalbahn, noch einmal ‚in die Regionalbahn‘. Bis ich in der Pampa ankomme. Dann laufe ich an Einfamilienhäuschen vorbei zum Teil mit Reetdächern gedeckt, und bin mir nicht sicher ob nun die Abstinenz von Gartenzwergen in der Vorgärten mich beruhigen oder eher nervös werden lassen sollte. Nunja unterschiedlicher könnten Arbeitswege wohl nicht sein.

Grundieren und Streichen

Handwerkliche Fähigkeiten haben wir Alle, bei dem einen sind sie mehr bei dem anderen weniger. In jedem all ist es gut, wenn man schon mal die WG von einem Freund/ einer Freundin tapeziert hat, oder bei den eltern nen Kabelschacht gestemmt und zugemacht hat. Bei Hellweg, dem Baumarkt gibts übrigens solche Faltblätter die man sich kostenlos mitnehmen kann. Auf denen ist immer eine bestimmte Tätigkeit beschrieben und illustriert. Angefangen von Wie hebt man eine Kellergrube im Berliner Sandboden aus?, über Wie wird ein Terrarium meiner Boas gefliesst bis hin zu Wie lackiere ich die Dachbalken, sodass keine Holzwürmer meinen Schlaf stören werden?

Hier nun ein paar Impressionen von dem Abschleifen der Wände mit Stahlwolle, sodass sie glatt werden – alte Tapete, alter Kleister und sonstwelche Erhebungen: ab. Dann werden die alten 80er Jahre Fußleiste abgerissen und die fetten Dübelstifte, die wir zumindest für das befestigen eines Hängeschrankes verwenden würden, raus gezogen. Alles schön mit Moltonfüllung zugespachtet. Aber in zwei Schritten, das diese Dübel etwa eine Wirkung hatten wie ein DumDum-Geschoss… Nach dem Abschleifen wird grundiert, dazu gibt es extra Grundierungszeug, das wird wie Farbe aufgetragen und soll feine Unebenheiten ausgleichen, feine Löcher zu schmieren und vor allem einen guten Haftuntergrund (daher Grundierung) für die Farbe geben. Dann trocknet das einen Tag und die Farbe kann aufgetragen werden. Dazu nimmt man klassisch nicht die billigste Farbe, da je billiger desto weniger Farbpigmente. Das heisst, dass man bei der eher preiswerten dann mindestens zwei mal drüberstreichen muss… also wenn man eine bordeauxfarbende wand hat, immer schön Alpina. Die ist mE die bestdeckenste. da wir aber einen grauen Putzuntergrund streichen, reichte auch die billigste der guten.

Wohnzimmer mit fast finaler Essgarnitur
Wohnzimmer mit fast finaler Essgarnitur
Abschleifen Grundieren Streichen
Abschleifen Grundieren Streichen
Fußleisten, die könne raus
Fußleisten, die könne raus

Tapeziert… wird nun Nichts. Wir dachten erste, dass wir das Wohnzimmer mit Raufaser verschönern sollten, wegen der Setzrisse. Da diese Risse – die enstehen wenn sich das aus einfach mit den Jahren bewegt – aber auch in den KiZis war und da leicht zu überstreichen waren haben wir uns umentschieden. Ach, und die Risse waren natürlich fachmännisch verfugt/-spachtelt worden.

Für Teppich gibts bald nen extra Post, ist nämlich ein langes Thema.

Vorher Nachher: Wärmesystem

Was sich verändert, und das nicht nur geringfügig, ist die Art wie wir unsere Wohnräume warm bekommen.

Antreten tun in der blauen Ecke: diiiiiiiie Foooooorsterheitzuuuuuuung. Und in der roten Ecke: diiiiiie Zennnntralheizuuuuuung.

Forsterheizung vs Zentralheizung

1) Stylfaktor

Da punktet natürlich die Forsterheizung. Letztlich appellierte die Bestellung einer solchen Heizung als Bausatz mit seinen Einzelteilen an die handwerkliche Geschicklichkeit und die Kreativität der neuen Besitzer des Kessels, der Rohre, Ventile und Anschlussteile sowie der Heizkörper. So sind die Rohre nicht nach dem Maßstab der Effektivität, des Auges eines Innenarchitekten verlegt, sondern frei nach schnauze – nur eben an einer der Wände entlang, von einem Zimmer ins nächste. Also Stylfaktor: 9 von 10 Punkten – da kann die Zentralheizung anfangen aufzuhören mit In-Konkurenz-treten wollen.

2) Erotikfaktor

Dieser Faktor ist etwas an den Stylfaktor gebunden was den Sexappeal der Heizungen angeht. Erinnern wir uns aber an die Winternächte zurück, an denen wir vergessen hatten noch nen Schwung aufzulegen und wie etwaig aufkommende Erotik im Keim erstickt… nein wohl eher erfroren wurde, dann müssen wir wohl hier eine 7 an die neue Heizart geben.

3) Kostenfaktor

Vom Kostenfaktor her gewinnt die Forsterheizung. Noch ist Kohle bezahlbar. Wobei vor 9 Jahren die Tonne gebündelte Rekord-Briketts (25kg-Pack) noch 190 € kostete, waren es dieses Jahr schon 270 und werden es wohl kommenden Winter ca. 300 sein. Nichts desto trotz kommt man mit 2 Tonnen gut hin. Macht weniger als 540€ im Jahr fürs heizen. Dagegen werden es wohl etwas mehr bei der Gaszentralheizung. Erst einmal, mit Vorbehalt: 7,5 von 10 für die fossile Brennstoffe von Record

4) Historypunkte

Selbst wenn die Heizung in Hamburg auch aus den 80ern stammt, dann hat die Forsterheizung bei weitem mehr Geschichte in ihren Rohren als eine langweilige Zentralheizung. Alleine der Fakt, dass es sich um einen in der DDR typischen Bausatz der Marke Eigenbau handelt, gibt dem aktuellen Favoriten in der blauen Ecke soviel Charm-der-alten-Zeit-Punkte, dass beim Historyfaktor die zonige Heizung die Nase vorn hat: 8,5 von 10.

5) Seltenheitsfaktor

Schon einmal versucht eine bezahlbare Kommode, mit Holzfüssen die Adlerkrallen darstellen die eine Kugel umfassen, zu finden? Ja!- ok, genauso schwer ist heute wohl eine Forsterheizung zu finden. Jeder Gas-Wasser-Scheisse-Instalateur, der unserer Heizung begegnet ist hat glasige Augen bekommen „ui, sowas gibts noch“, „die kenn ich noch aus meinen Lehrlingszeit in Sachsen, nü wa“ und solche Sprüche hab ich schon gehört. Gas-Zentralheizung,…gut, die gibt die 9 ohne murren her.

6) Aufwandsfaktor

Der Faktor 6, ist die Killer-App, unter den LBS-Super-Coupon-Schnäppchen-Apps, der alles zerschmetternde Hammer Thors, die Alles entscheidende/n Frage/n: willst du wirklich jeden Winter 2 Tonnen Kohlen vom Keller ins dritte OG tragen? Willst du alle drei Tage die Asche aus dem Aschekasten in den Eimer füllen und im Frühling alles was irgendwie mit Küche (wo der Ofen steht) zu tuen hat abschrubben müssen?

Das Urteil: so sexy es auch ist 2 Tonnen schwarz glänzende Kohle im Keller sein Eigen zu nennen, so erfüllend es sich anfühlen kann als Familie durch den Schlosspark zu laufen und  Holz zu sammeln wie 46/47.

Is schon was, natürlicher Wärme beim Wärmen zuzuschauen
Kohlenkeller Pankow Florastraße 2 Tonnen/ Winter
Kohlenkeller mit selbstorganisiertem und -gesägtem Holz

Vorher Nachher: der Weg zur Arbeit

Ich sagte einmal, dass die U2 wohl anscheinend meine Hauptstadtader ist. Erst mein Arbeitsweg ins  Four Seasons Hotel Berlin am Gendarmenmarkt nach Stadtmitte. Dann für mein PR-Praktikum (2001) von Pankow zur Bülowstrasse. Mein Studentenjob als Watchdog im DTMB für 6 Jahre – U2 Gleisdreieck aussteigen. Dann fuhr ich die erste 3 Tage meines Studiums mit der U2 über’n Alex zur FH (an der schon Opa einmal Bank-Menschen als Gastdozent unterrichtete, also sie noch Ökonomie-Dings-Schule hiess) bis ich entschied lieber einmal mehr umzusteigen und dabei den Vorteil zu haben aus dem Fenster zu sehen und auch Etwas zu sehen – im Gegensatz zum U2-Fenster bzw ab Alex dann U5-Fenster. Dann fuhr ich eben nur zum Museum mit der orangen Linie und eben „privat“ U2. 2010 wars dann doch mal der Abwechslung halber nicht die U2. Sondern die S2 zum Zoo.

Hier wird der Weg nun einmal bebildert. Bevor ihr euch den Auszug aus ‚die Reise des jungen N‘ zu Gemüte führt hier ein paar Fakten. Normalerweise, nachdem ich dann aufhörte zu versuchen die Nasen Morgens in der Kita zum selber ausziehen zu bewegen – was, wenn sie es taten zu einer signifikante Verzögerung bzw Verlängerung der Wegzeit bedeutete – und ich sie auszog (danke noch einmal an Josinas Mama, die mir dazu die Absolution gab ‚ich hab s aufgegeben, solange ich weiss, dass sies könnte‘), schaffe ich mesit pünktlich die S2 9.26uhr ab Pankow Richtung Lichterrade.

Mit der dann bis Friedrichstraße wo ich ca 11 Minuten später, also so 37 ankommen. Dann, vorausgesetzt ich bin in Pankow schon an richtiger Stelle in die Bahn eingestiegen, sogleich von der Bahn auf die Rolltreppe. A lá einfädelndem Reisverschlussverfahren entspannt aufsitzen (stehen). Zumindest wenn es da nicht die …nennen wir sie… Dumpfbacken waren, die die linke Überholspur stehend blockierten… wenn schon Rolltreppe, dann wenigstens Treppe steigen – frei nach dem Motto: rechts stehen, links gehen. Ausserdem freuen sich die Berlinbesucher, die rechts die Rolltreppe stehend nutzen (ich sagt nur Erich Fried: stehend Treppe nahmen ), weil sie dann sagen konnte, dass Berlin so schnell und voll ist und ihre Stadt doch viel entspannter sei. Man bemerke aber an dieser Stelle Schwarmintelligenz immer mit dem Fluss, bewege dich wie dein Nachbar, wahre einen gewissen Abstand. Wie auch immer. Also vom Untergeschoss die Rolltreppe aufs Erdlevel, umsteigen auf die Rolltreppe in die erste Etage die Ostbahnhof-Potsdam-Achse. Man nehme jede Bahn die über Hauptbahnhof zum Zoo fährt. Nächste Stationen HBF, Bellevue und Tiergarten (hier kann man ne Sozialstudie anstellen wie Studenten technischer Berufe aussehen. Zoo dann aussteigen – siehe letztes Bild. Alles zusammen von Tür zur Tür ca. 35 Minuten (ohne Kita).

"kreisförmige Figur, halb Pferd, halb Eisenbahnrad, sei von kaum zu überbietender Provinzialität"; "Misshandlung des öffentlichen Raumes"
"kreisförmige Figur, halb Pferd, halb Eisenbahnrad, sei von kaum zu überbietender Provinzialität"; "Misshandlung des öffentlichen Raumes"
Fahrzeit Pankow Zoo ca 35 Minuten
Von der Bahn kann man die Charitè, den Reichstag, den HBF, die Siegelsäule, Kanzlerinnenamt und noch so manches Mehr sehen.
Hier steigt man um, S-Bahn tief zu Erdlevel und S-Bahn Ost-West-Achse
Hier steigt man um, S-Bahn tief zu Erdlevel und S-Bahn Ost-West-Achse
Von Tür zur Tür sind es ca 35 Minuten
Das Institut ist unweit der S-und Regionalbahn-Station Zoologischer Garten

Vorher Nachher: Küchenbuffet

Spannender als das Vorher ist sicher das Nachher, damit das Nachher aber erst spannend wird braucht man nen Vorher. Ist ein bissl wie die zwei mit je nur einem Flügel, die müssen sich zusammen tun um fliegen zu können. Oder dieses Ying Yang-Ding… egal, hier nun das Küchenbuffet.

Hier steht es in der Küche zw. Mülleimer und Spühle.
Hier steht es in der Küche zw. Mülleimer und Spüle.

Wie man kündigt, heute: den Kita-Platz

Wir hatten ja bereits in der Kategorie „Wie kündigt man“ den Job. So was ist sicher ganz lustig, eine Erfahrung wert (aber bitte jetzt nicht losgehen und mal ne neue Erfahrung sammeln) und notwendig um dann auch Zeit für einen neuen Job zu haben – zumindest für Deutsche, die im Gegensatz zu manch Amerikaner, meist nur eine Haupterwerbsquelle haben.
Kindergärtenplätze zu kündigen ist dagegen etwas schwieriger. Zum einen ist da für die Eltern eine gewisse emotionale Hürde. Ich bin mit nicht sicher ob ihr alle schon einmal die Erfahrung gemacht habt wie es ist bspw. den Kremel oder so etwas wie die Twintowers aus Streichhölzern nachzubauen (gerne ne Antwort in die Kommentare). Einen Kitaplatz zu bekommen fühlt sich ähnlich an, was den Aufwand und die Zahl der Komponenten die zur Erreichung des finalen Ziels gebraucht werden angeht, ist aber bei weitem nicht so entspannend. Nun ja, dass man nun mit ein paar Worten wie „Frau F., es werden bald für zwei Kinder Plätze in ihrer Kita frei“ quasi zu kurzprozessig zu beenden fühlt sich einfach komisch an. (ok ok – der Aufwand den man hatte um die Kitaplätze zu bekommen war letztlich nicht umsonst, da die Nasen ja nun 2 1/2 bzw. etwas über ein Jahr in der Kita waren).
Zum anderen wird es vermutlich für die Kinder nicht so einfach. Meist fangen kleine Kinder so ab 2,5 Jahren an mit den anderen Kindern zu spielen. Also erst spielen sie mit ihnen, dann später auch gerne zusammen ;o) So bilden sich zum Teil schon erste zarte Banden zw. den Zwergen. Bspw. – und das wurde auch von den erfahrenen Erzieherinnen als höchst erstaunlich angemerkt – kannten sich in Felicias Gruppe, alle so um die ein Jahr alt, mit Namen. Selbst wenn sie noch nicht sprechen konnten so wie Felicia mit 1 Jahr und drei vier Monaten, dann wussten sie wer wer ist. Coole-Sau-Story dazu: es war so Mode das sich die Nasen in dieser Gruppe auch des Öfteren zur Begrüßung und zum Abschied umarmten (kaum stehen/gehen könnend). Als wir dann mal auf einen der ca. 15 (ungelogen) Spielplätze in der Nähe gingen und Felicia auf einen Kollegen und seine Mutter traf, liefen die beiden aufeinander zu und drückten sich als sein sie die dicksten Buddies in da Hood. Ein Bild für Götter.

 

Das wir viele Freunde und eben Kollegen der Kinder, außerhalb der Kita, bald nicht mehr so oft sehen ist eine andere lange Story. Bezogen auf die aktuelle Kita ist es aber sicher auch für die Kinder nicht leicht Abschied zu nehmen. Schließlich haben sie hier viel gelernt. Zu hause ist es immer noch nicht möglich mit Besteck zu essen und Butter ist auch gut für eine geschmeidige Haut, aber in der Kita lernten sie schnell mit Gabel und wahlweise Löffel zu arbeiten und die Nahrungszufuhr sauber über die Bühne zu bringen. Ich meine es ist enorm was Kleinkinder in der Kita lernen, oftmals werden dort die ersten Schritte getan, wird das erste Mal ne dicke Wurst ins Töpfchen abgeseilt, wie gesagt, man lernt mit Besteck essen… Nicht zuletzt lernt man in der Kita das Spuren – unsere Kita, eine ’normale‘ hat auch ’normale‘ Erzieherinnen. Das heißt sie sind klassisch ausgebildet und… fertig. Hinzu kommen natürlich noch die Erfahrung und ganz sicher auch ein Interesse an Kindern. Mit dem Interesse ist es in ’normalen‘ Kindertagesstätten aber oft nicht so weit her. Jedoch mussten wir in den letzten Jahren aus eigener Erfahrung und aber auch aus Berichten von Eltern die ihre Kinder in ‚unnormale‘ Kitas geben lernen, dass ein gewisser ‚Störfaktor‘ manchmal nicht zu unterschätzen sei was die Erziehung angeht. Dabei rede ich von Erzieherinnen denen man anmerkt, dass sie ab und an keinen Bock haben zu arbeiten und bei denen die ohne Zweifel notwendige Liebe manchmal nur rudimentär vorhanden ist – und: selbst das ist eine Erfahrung die gut ist gemacht zu haben. Man lernt fürs Leben dazu und die Erziehung in der Kita ist m. E. sehr gut, weil eben auch was anderes kennen gelernt wird außer die Werte und Regeln zuhause. So ein kleines Plädoyer für die Kindertagesstatten dieser Welt.
So und so sind die Kinder, unsere waren immer 5 Stunden von 9-14 Uhr da, an die Erzieherinnen, eben auch die Kollegen und selbst an den Weg zur Kita gewöhnt. Das nun zu verändern, bzw. vielmehr nicht mehr so zu haben ist sicher nicht so einfach wegzustecken und bedarf einiger Verdauungszeit.

Vorher Nachher: Bücherregal

Hallo,

das spannende an einem Umzug ist meines Erachtens auch immer das Vorher Nachher. Das Bild der Florastraße im ersten Post wird auch dem gegenübergestellt was dann wohl kommen mag. Dieser Artikel und alle folgenden zu dem Thema werden getaggt – mit vorher nachher, sodass man später dann wirklich mal alle Artikel mit den Bildern zusammen sehen kann.

So sieht unser aktuelles Bücherregal aus
im Wohnzimmer steht unser Bücherregal

Hier nun sehen sie die Wissensdatenbank. Nora Roberts haben wir (eher Jennifer) von Oma und Opa (O&O). Die Kiste oben links hat ein Vorfahre von mir selber gemacht, ein Tischler. Ach und rechts unten sind Kinderbücher, wie A. Lindgrens Tomte Tommetot & Co.