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Wie man kündigt, heute: den Kita-Platz

Wir hatten ja bereits in der Kategorie „Wie kündigt man“ den Job. So was ist sicher ganz lustig, eine Erfahrung wert (aber bitte jetzt nicht losgehen und mal ne neue Erfahrung sammeln) und notwendig um dann auch Zeit für einen neuen Job zu haben – zumindest für Deutsche, die im Gegensatz zu manch Amerikaner, meist nur eine Haupterwerbsquelle haben.
Kindergärtenplätze zu kündigen ist dagegen etwas schwieriger. Zum einen ist da für die Eltern eine gewisse emotionale Hürde. Ich bin mit nicht sicher ob ihr alle schon einmal die Erfahrung gemacht habt wie es ist bspw. den Kremel oder so etwas wie die Twintowers aus Streichhölzern nachzubauen (gerne ne Antwort in die Kommentare). Einen Kitaplatz zu bekommen fühlt sich ähnlich an, was den Aufwand und die Zahl der Komponenten die zur Erreichung des finalen Ziels gebraucht werden angeht, ist aber bei weitem nicht so entspannend. Nun ja, dass man nun mit ein paar Worten wie „Frau F., es werden bald für zwei Kinder Plätze in ihrer Kita frei“ quasi zu kurzprozessig zu beenden fühlt sich einfach komisch an. (ok ok – der Aufwand den man hatte um die Kitaplätze zu bekommen war letztlich nicht umsonst, da die Nasen ja nun 2 1/2 bzw. etwas über ein Jahr in der Kita waren).
Zum anderen wird es vermutlich für die Kinder nicht so einfach. Meist fangen kleine Kinder so ab 2,5 Jahren an mit den anderen Kindern zu spielen. Also erst spielen sie mit ihnen, dann später auch gerne zusammen ;o) So bilden sich zum Teil schon erste zarte Banden zw. den Zwergen. Bspw. – und das wurde auch von den erfahrenen Erzieherinnen als höchst erstaunlich angemerkt – kannten sich in Felicias Gruppe, alle so um die ein Jahr alt, mit Namen. Selbst wenn sie noch nicht sprechen konnten so wie Felicia mit 1 Jahr und drei vier Monaten, dann wussten sie wer wer ist. Coole-Sau-Story dazu: es war so Mode das sich die Nasen in dieser Gruppe auch des Öfteren zur Begrüßung und zum Abschied umarmten (kaum stehen/gehen könnend). Als wir dann mal auf einen der ca. 15 (ungelogen) Spielplätze in der Nähe gingen und Felicia auf einen Kollegen und seine Mutter traf, liefen die beiden aufeinander zu und drückten sich als sein sie die dicksten Buddies in da Hood. Ein Bild für Götter.

 

Das wir viele Freunde und eben Kollegen der Kinder, außerhalb der Kita, bald nicht mehr so oft sehen ist eine andere lange Story. Bezogen auf die aktuelle Kita ist es aber sicher auch für die Kinder nicht leicht Abschied zu nehmen. Schließlich haben sie hier viel gelernt. Zu hause ist es immer noch nicht möglich mit Besteck zu essen und Butter ist auch gut für eine geschmeidige Haut, aber in der Kita lernten sie schnell mit Gabel und wahlweise Löffel zu arbeiten und die Nahrungszufuhr sauber über die Bühne zu bringen. Ich meine es ist enorm was Kleinkinder in der Kita lernen, oftmals werden dort die ersten Schritte getan, wird das erste Mal ne dicke Wurst ins Töpfchen abgeseilt, wie gesagt, man lernt mit Besteck essen… Nicht zuletzt lernt man in der Kita das Spuren – unsere Kita, eine ’normale‘ hat auch ’normale‘ Erzieherinnen. Das heißt sie sind klassisch ausgebildet und… fertig. Hinzu kommen natürlich noch die Erfahrung und ganz sicher auch ein Interesse an Kindern. Mit dem Interesse ist es in ’normalen‘ Kindertagesstätten aber oft nicht so weit her. Jedoch mussten wir in den letzten Jahren aus eigener Erfahrung und aber auch aus Berichten von Eltern die ihre Kinder in ‚unnormale‘ Kitas geben lernen, dass ein gewisser ‚Störfaktor‘ manchmal nicht zu unterschätzen sei was die Erziehung angeht. Dabei rede ich von Erzieherinnen denen man anmerkt, dass sie ab und an keinen Bock haben zu arbeiten und bei denen die ohne Zweifel notwendige Liebe manchmal nur rudimentär vorhanden ist – und: selbst das ist eine Erfahrung die gut ist gemacht zu haben. Man lernt fürs Leben dazu und die Erziehung in der Kita ist m. E. sehr gut, weil eben auch was anderes kennen gelernt wird außer die Werte und Regeln zuhause. So ein kleines Plädoyer für die Kindertagesstatten dieser Welt.
So und so sind die Kinder, unsere waren immer 5 Stunden von 9-14 Uhr da, an die Erzieherinnen, eben auch die Kollegen und selbst an den Weg zur Kita gewöhnt. Das nun zu verändern, bzw. vielmehr nicht mehr so zu haben ist sicher nicht so einfach wegzustecken und bedarf einiger Verdauungszeit.

Wie man kündigt, heute: den Job

Zu einem Umzug gehört idealer Weise, dass man sich von einem Arbeit- aka Geldgeber verabschiedet. Zwei Tage vor meinem Weihnachtsurlaub und 4 Tage vor Weihnachten wars soweit. Ich hatte einen Termin mit Thomas. 16.30 Uhr. Zur Mittagszeit sagte ich noch zu in mein Vorhaben Eingeweihte, dass ich nicht aufgeregt oder ähnliches sei, mich primär stört, dass ich eigentlich 16 Uhr Feierabend machen wolle. Da sass ich nun und arbeitete ein wenig und auf einmal spürte ich eine gewisse Nervosität in mir aufsteigen. Was sagt man zum Chef, wenn man kündigt? Wirft man dem Chef vor nicht genug Gehalt gezahlt zu haben, dass die Ente zur Weihnachtsfeier zäh war. Man doch lieber einen Schreibtisch an der Heizung haben wollte? Ich weiss es nicht und liess die Kritik folglich auch. Als dann doch etwas Nervosität in mir aufstieg… 15.30 Uhr stand er da und fragte ob ich jetzt schon Zeit hätte. Na warte dachte ich mir und dachte an die Ente, ich werd dir mal zeigen wo der Hammer hängt.
Hallo. Wie geht’s, Wetter is wie jedes Jahr um die Zeit und ich will bei unserem heutigen Termin Nichts klären und will auch keine Antworten auf brennende Fragen, sondern vielmehr mitteilen, dass ich das Institut im neuen Jahr verlassen werde! Wir, meine Freundin, die Kinder und ich, werden nach Hamburg ziehen und ich einen neuen besseren tolleren besser bezahlten Job annehmen.
Ok.
Ja und überhaupt war die Ente scheisse.
Ok.
Und ich nehme insgesamt 8 Wochen Urlaub bevor ich gehe.
Ok (Räusper).

Im SOHO-Haus zur Abschiedsparty von SSchmitti

im SOHO Haus Berlin - der Chef, der Patti und ich